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IG BAU fordert Weißbuch für saubere Bau-Subunternehmen


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 22.05.2015
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert stärkere Anstrengungen der Bauwirtschaft, um die Ausbeutung von Arbeitnehmern aus der EU zu bekämpfen. „Wir brauchen ein Weißbuch der seriösen Bau-Subunternehmen, die mit entsandten Beschäftigten arbeiten“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

„Es gibt in dem Bereich Geschäftemacher, die Menschen planmäßig abzocken. Sie locken die Bauarbeiter aus ihrer Heimat mit riesen Versprechungen zum Arbeiten nach Deutschland. Dabei haben sie schon zu Beginn die Absicht, die Löhne zu drücken und am Ende gar nicht mehr zu bezahlen. Die Generalunternehmen tragen hier Verantwortung. Schließlich suchen sie die Subunternehmen aus. Ein Weißbuch, an das sie sich auch halten, ist ebenfalls in ihrem Interesse. Es schützt die Generalunternehmer, weil es ihr Risiko verringert, den geprellten Arbeitern ihren Lohn ersetzen zu müssen.“

Die IG BAU beobachtet, dass Lohnbetrug durch Subunternehmen auf Baustellen zunehmend vorkommt und immer größere Ausmaße annimmt.

Aktuell stehen bundesweit 300 osteuropäische Arbeiter, die für einen kroatischen Subunternehmer tätig waren, ohne einen Cent da. Der Firmenchef hat sich offenbar mit ihren Löhnen für April und Mai in Höhe von mehreren hunderttausend Euro abgesetzt. Die Generalunternehmen haften zwar in der Regel, wenn von ihnen beauftragte Subunternehmen die Löhne prellen. Jedoch fließt das Geld oft erst nach einem Gerichtsprozess.

„Die betrogenen Bauarbeiter brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Sie haben keine Rücklagen, mit denen sie sich lange über Wasser halten können. Sie auf einen wochen- und monatelangen Prozessweg zu schicken, ist unmenschlich. Das hält keiner durch“, sagte Schäfers. „Es wäre für alle Seiten die beste Lösung, bei Subunternehmen, die mit aus dem Ausland entsandten Menschen arbeiten, nur noch diejenigen zu beauftragen, die ihre Seriosität belegen können. Die Generalunternehmen haben das in der Hand.“

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