Bildung / Berufsbildung


Inklusion in Deutschland – Schulpolitik lässt Berufsbildende Schulen außen vor

Förderquoten, Inklusions- und Exklusionsquoten in den Bundesländern - Schuljahr 2013/2014
Förderquoten, Inklusions- und Exklusionsquoten in den Bundesländern - Schuljahr 2013/2014 © Bertelsmann-Stiftung
08.09.2015
2009 hat die Bundesrepublik die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, seitdem gilt das Inklusionsprinzip. Gemäß dieser Konvention dürfen Kinder "nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden". Kinder mit und ohne Handicap sollen gemeinsam lernen.

Eine neue Studie der Bertelmann-Stiftung zeigt anhand von Daten der Kultusministerkonferenz der Länder, wie die Umsetzung läuft. Kinder, bei denen Förderbedarf diagnostiziert ist, haben mehrheitlich Verhaltensstörungen, Lernbehinderungen sowie geistige oder sprachliche Defizite; Schüler mit rein körperlichem Handicap machen nicht mal ein Zehntel aller Diagnosen aus.

Die Umsetzung der Inklusion kommt zwar voran, im Ergebnis findet Inklusion jedoch eher in der Exklusion statt. Je untergliederter die Struktur allgemeinbildender Sekundarschulen in den Bundesländern ist, umso problematischer ist dies. Je deutlicher sich die Schulstruktur der Länder auf ein zweigliedriges Schulsystem hin entwickelt, umso eher haben Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Chance, inklusiv in fordernder Lernumgebung unterrichtet zu werden.

Bisher konzentriert sich Schulpolitik der Länder (leider) bei der Umsetzung des Inklusionsziels auf die allgemeinbildenden Schulen. Solange die berufsbildenden Schulen nicht in den Inklusionsprozess einbezogen werden, besteht die Gefahr, dass all das, was auf dem Weg zur Inklusion in Grundschulen und in weiterführenden Schulen erreicht wird, beim Wechsel in die weiteren Bildungswege wieder verlorengeht.