IGay BAU


Ist Europa im 21. Jahrhundert angekommen?


© EU-Parlament
22.07.2016
Zumindest für Homosexuelle auf dem Arbeitsmarkt ist das nicht der Fall. Die Gleichbehandlungsrichtlinie der EU aus dem Jahr 2000 verbietet ausdrücklich Benachteiligung im Job wegen sexueller Orientierung. Doch eine Studie von Eurofound dokumentiert, dass Diskriminierung von LSBTI Gruppen – also Lesben, Schwule, Bisexueller, Transgender und Intersexuellen noch weit verbreitet sind.

Hier ist allerdings zu erwähnen, dass LSBTI Menschen im Osten Europa einen deutlich schwereren Stand haben als im Westen. Ein ähnliches Muster offenbart eine Umfrage der EU von 2012. Demnach gab fast ein Fünftel der in der EU lebenden LSBTI an, in den letzten 12 Monaten auf dem Arbeitsplatz gemobbt zu werden.

Ich mache hier mal den Vergleich von zwei EU-Ländern; Dänemark und Litauen. Während in Dänemark gut 11 Prozent wegen ihrer sexuellen Neigung gemobbt wurden, sind es in Litauen 25 Prozent. Gegen ein Coming out am Arbeitsplatz entscheiden sich in Dänemark gut 12 Prozent, während es in Litauen fast 60 Prozent sind.

Wir von der IGayBAU machen darauf aufmerksam, dass auch in Deutschland sich fast 20 Prozent nicht trauen, mit ihren Kollegen darüber zu reden. Und diese Diskriminierung ist auch wirtschaftlich nicht hinnehmbar. Nach einer irländischen Studie verursacht Mobbing Fehltage und schadet jedem Unternehmen. Auch ein nicht offenes Leben macht krank. Auch wollen sich LSBTI-Menschen gesellschaftlich weniger einbringen, wenn sie nicht als LSBTI Menschen geachtet werden. Wir von der IGay BAU stellen auch immer wieder fest, wenn eine Gewerkschaft nicht offen für LSBTI ist, haben LSBTI-Kollegen kein Interesse, dort einzutreten, geschweige denn ein Ehrenamt zu übernehmen.

Obwohl die Gleichbehandlungsrichtline in allen Ländern der EU gilt, ist Gleichheit noch längst nicht erreicht. Auch in rechtlicher Hinsicht gibt es noch erhebliche Defizite. Wo Homosexuelle in Deutschland noch um Gleichstellung der Ehe kämpfen, gibt es Länder in der EU, wo sie sich fürchten müssen.

Es ist schön zu lesen, dass die Böckler-Stiftung die IGayBAU explizit erwähnt als einen Akteur, der sich deutschlandweit gegen Diskriminierung LSBTI am Arbeitsmarkt einsetzt. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ist durch die IGay BAU sicher etwas moderner geworden, anderen Gewerkschaften sind wir hier voraus. Doch jetzt liegt es an Dir. Wir möchten gerne wachsen, um noch breiter gegen Homophobie am Arbeitsmarkt aufzutreten. Unseren Kollegen durch Stärke Mut zu machen, die sich noch nicht trauen. Ausgrenzung macht krank! Wir tun was dagegen.

Die Mitglieder der IGay BAU müssen nicht LSBTI sein, um sich solidarisch gegen Diskriminierung einzusetzen! Melde Dich bei mir: Igaybau@freenet.de.

Denny Wirth
Sprecher der IGay BAU
Wenn Rückfragen sind, scheue nicht, mich unter 0179 - 79 39 517 anzurufen!