Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Kies-Probe für den Peiner Landrat – „Runder Kies-Tisch“ für 50 Jobs


© IG BAU (Kai Schwabe)
22.05.2014
Kies für den Kreis: Eine symbolische Kies-Probe ist jetzt bei Landrat Franz Einhaus (SPD) in Peine landen. Konkret: ein Glas voll Kies aus Wipshausen – oben abgedeckt mit einem dicken Stück saftiger Wiese mit Erdboden, garniert mit einer Rotbuche und einem blühenden Strauch. Die Kies-Probe für das Kreishaus Peine wurde gestern bei einer „Kies-Demo“ auf dem Areal genommen, auf dem die Firma Papenburg zunächst Kies abbauen und später eine rekultivierte Öko-Landschaft gestalten will. Hintergrund des Protestes: Der Landkreis Peine verweigert die Ausweitung des Kiesabbaus.

„Mit der ‚politischen Kies-Probe’ macht die IG BAU Niedersachsen symbolisch deutlich: Man kann Kies abbauen und später das Projekt ökologisch abschließen. Deshalb auch der ‚grüne Wiesen-Deckel’ oben drauf“, sagt Horst Redemann von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Niedersachsen. Es komme darauf an, dem Kreis noch einmal deutlich zu machen, worum es geht: „Um Kies als Rohstoff – insbesondere für den Wohnungsbau. Um Kies als ‚natürliche Währung’ – zum Erhalt von 50 Arbeitsplätzen in der Region. Und um ein wertvolles Stück Natur, das nach der Auskiesung nach wie vor von hoher ökologischer Bedeutung sein wird.“ Geplant sei beispielsweise eine Renaturierung mit hohem Naturerlebnisfaktor – etwa mit einem Naturpfad für Kinder. „Die Fläche würde so später zu einem ökologischen Vorzeigeareal werden und in der Region für eine zusätzliche ökologische und touristische Attraktivität sorgen“, ist Horst Redemann von der Umwelt-Gewerkschaft überzeugt.

Darüber hinaus spricht sich die IG BAU Niedersachsen für einen „Runden Kies-Tisch“ aus: „Alle müssen an einen Tisch. Alle müssen noch einmal ordentlich miteinander reden“, so Redemann. Die Argumente seien noch längst nicht umfassend ausgetauscht. Immerhin gebe es auch noch ein umfangreiches Gutachten, das bislang kaum hinreichend Berücksichtigung gefunden habe. „Es wäre ein fataler Fehler, dem Verwaltungsgericht Braunschweig die unschöne Rolle zuzuspielen, den Schlusspunkt in Sachen Kiesabbau Wipshausen gesetzt zu haben. Als Bau- und als Umwelt-Gewerkschaft sehen wir hier noch die Chance, Kiesabbau und Ökologie miteinander zu vereinbaren. Vor allem aber darf die Kommunalpolitik am Ende nicht als ‚Job-Killer’ dastehen“, sagt Horst Redemann von der IG BAU Niedersachsen. Es sei falsch, Umweltpolitik vom „grünen Tisch im Kreishaus aus zu machen, ohne dabei mit denen intensiv zu sprechen, die wichtige ökologische Aspekte beisteuern wollen und können“, so Redemann.

Es war ein PS-starker Protest: vom Bagger bis zum Baulaster – betroffene Arbeitnehmer sind bei der „Kies-Demo“ für ihre Arbeitsplätze eingetreten. Umweltgewerkschaft und Baubranche – sie alle ziehen beim Kiesabbau Wipshausen an einem Strang. Das Ziel bringt Horst Redemann schnell auf den Punkt: „Ein Umdenken im Kreishaus – für regionale Arbeitsplätze, für regionale Wirtschaftsimpulse und auch für die heimische Natur.“