IG BAU - die tun was!


Motor am Bau: Dezentral statt zentral


© IG BAU (Sven Bönnemann)
08.05.2013
Weitermachen oder die Brocken hinschmeißen? Vor dieser Frage standen die Aktiven im Bezirksverband Westfalen Mitte-Süd im letzten Herbst. Für sie heißt aktiv sein auch, nicht aufgeben, Neues ausprobieren. Die aktiven ehrenamtlichen Kollegen aus dem Baugewerbe sprachen mit Branchensekretär Sven Bönnemann und suchten nach einer praktikablen Lösung. Sie waren erfolgreich – wie die Tarifrunde Bau 2013 zeigt.

Die Ausgangssituation im Bezirksverband Westfalen Mitte-Süd war traurig. Immer weniger Mitglieder kommen zu den Versammlungen des Bauhauptgewerbes - obwohl hier das Herz der IG BAU schlägt oder zumindest schlagen sollte. Nachdem der Fokus neben den örtlichen Versammlungen auch und immer mehr auf die Branchen gerichtet wurde, wurde es gleichzeitig auch schwieriger. Der Bezirksverband Westfalen Mitte-Süd ist groß, Entfernungen bis zu 190 km sind zurückzulegen. Die Beteiligung an den Fachgruppenversammlungen ließ sehr zu wünschen übrig. Dies führte dazu, dass diejenigen, die sich engagiert hatten, frustriert waren.

Die praktikable und satzungsgemäße Lösung: Dezentralisierung der Fachgruppe Bauhauptgewerbe. Es wurde innerhalb des Bezirksverbandes in den räumlichen Schwerpunkten Hamm, Hagen und Siegen jeweils ein Vorstand gewählt. Schon hier sind tolle Beteiligungszahlen erzielt worden: drei Fachgruppenversammlungen mit knapp 80 Beteiligten aus dem Baugewerbe. Die Vorstände bestehen aus sechs Personen in Hamm, 7 Personen in Hagen und 10 Personen in Siegen. Hieraus wurde dann ein neunköpfiger Bezirksfachgruppenvorstand Bauhauptgewerbe (Hauptvorstand) gewählt. Den Beteiligten war an dieser Stelle wichtig, dass hier eine gleichmäßige Besetzung erfolgt, also jeweils drei Mandate von Hamm, Hagen und Siegen.

Ausführlich wurde die bevorstehende Tarifforderung und Tarifauseinandersetzung besprochen. Man war sich einig, dass ein spürbar finanzieller Sprung nach vorne getan werden musste. Die Forderungen lagen zwischen 6 Prozent und 9 Prozent Einkommensplus.

Gleichzeitig entwickelte das BAU-Team Westfalen gemeinsam mit den Ehrenamtlichen einen Fragebogen zur Tarifrunde 2013. Die Fragebögen wurden vor Ort auf Baustellen und in den Betrieben gemeinsam mit den Kollegen ausgefüllt. Den Rücklauf mit über 600 Bögen, davon ca. 250 aus Westfalen Mitte-Süd, kann man schon fast repräsentativ nennen. Die Hauptanliegen auch hier deutliches Einkommensplus, gefolgt von 13. Monatseinkommen sowie Fahrgeld und Verpflegungszuschuss.

Als schöner Nebeneffekt ergab sich während der Befragung, dass die Kollegen mit Freude und Elan bei der Sache waren sowie sich ernst genommen fühlten. Es entstand eine Nähe, die gut tat.

Bei der gemeinsamen Tarifkonferenz der Regionen Rheinland und Westfalen mit ca. 150 Teilnehmern flossen die Ergebnisse ein. Nach langer Zeit war es erstmals wieder so, dass es mehr Teilnehmer als Sitzplätze gab. Hier wurde eine Einkommensforderung von 6,6 Prozent beschlossen und an die Bundestarifkommission weitergeleitet.

Der Bezirksfachgruppenvorstand Bauhauptgewerbe hatte im April den Tarifvorschlag, der zwischenzeitlich angenommen worden ist, diskutiert und beschlossen, in allen drei Fachgruppen vor Ort noch im Mai eine Versammlung durchzuführen.

Über den Weg der Branchenspezifikation, der Teambildung im Baugewerbe sowie die räumliche Nähe zu den Mitgliedern ist der Informationsfluss besser geworden und es macht wieder mehr Spaß, aktiv zu sein. Viele begleitende Aktionen auf den Baustellen und in den Betrieben, wie z.B. bei den Bauunternehmen Heckmann und Schneider in Hamm, Rempke in Hagen sowie Hundhausen in Siegen zeigen, dass die IG BAU Westfalen Mitte-Süd mit der Dezentralisierung auf dem richtigen Weg ist.

IG BAU - die tun was!

Ein Beitrag unserer Kollegin Sabine Kraft.

© IG BAU (Sven Bönnemann)
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