Internationales


Offener Brief: Europäische Gewerkschaften gegen den Brexit

Es drohen Gefahren für Millionen Beschäftigte


© Lupo / www.pixelio.de
21.06.2016
Am 23. Juni stimmen die Briten über den Verbleib in der EU ab. In einem gemeinsamen Appell warnen die Vorsitzenden von 20 europäischen Gewerkschaften oder Gewerkschaftsorganisationen vor einem Brexit und den damit verbundenen Risiken: "Wir glauben, dass ein Verbleib sowohl essentiell für die gute Entwicklung der EU als auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich ist."

Grundlegende Rechte sind in Gefahr
Ein Austritt aus der EU könnte für Millionen Briten zu Verschlechterungen führen: Davon sind die Europäischen Gewerkschaften überzeugt. In einem offenen Brief warnen sie vor den Folgen eines Brexits: "Wichtige grundlegende Rechte wie bezahlter Jahresurlaub, Begrenzung der Arbeitszeit, Lohngleichheit, Elternzeit, Arbeitsplatzsicherheit und faire Bedingungen für Teilzeit- und Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer wurden auf EU-Ebene durch die Arbeit der Gewerkschaften durchgesetzt. Es gibt keine Garantie dafür, dass diese Rechte im nationalen Recht durch die aktuelle britische Regierung beibehalten werden."

Gemeinsam gegen den Brexit
20 Vorsitzende haben den Appell unterzeichnet, darunter DGB-Chef Reiner Hoffmann und Luca Visentini, Generalsekretär des Europäischen Gerwerkschaftsbundes EGB. Auch Frances O'Grady, Generalsekretärin des britischen Gewerkschaftsbundes, gehört zu den Unterstützern.

Große wirtschaftliche und politische Risiken
Ein Brexit, so die Verfasser des Briefes, würde nicht nur das Arbeitsrecht bedrohen: "Eine steigende Anzahl an Studien warnt davor, dass auch Tausende von Arbeitsplätzen im Vereinigten Königreich gefährdet wären und der Brexit einen Einbruch des Wirtschaftswachstums, der Konsumausgaben und des Werts des britischen Pfund Sterling bedeuten kann. Gleichzeitig würde es die EU wirtschaftlich und politisch schwächen, wenn die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa unterlaufen würden." Außerdem bestehe die Gefahr, dass andere Länder nachziehen würden und die EU zu einem "Selbstbedienungsladen" verkomme.