Illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit


Gewerkschaften müssen draussen bleiben

08.07.2009
Auch am tausendsten Tag der Bauarbeiten verweigerte die Flughafengesellschaft der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) den Zutritt zum BBI in Berlin-Schönefeld. IG BAU-Regionalleiter Rainer Kener: "Der Bauherr des BBI schlägt uns ohne Begründung das Baustellentor vor der Nase zu. Wir haben keine Chance, unsere demokratischen Rechte auszuüben". Knerler sieht das als "reine Schikane": "Wir fragen uns, ob es auf der Baustelle etwas zu verbergen gibt."

Offensichtlich - zu diesem Ergebnis gelangte jedenfalls eine fast zeitgleich zu den Feierlichkeiten Ende Mai 2009 stattfindende Großkontrolle auf der Baustelle. Rund hundert Zollmitarbeiter befragten Bauarbeiter im Bereich des künftigen Terminals. Bei rund 40 Arbeitnehmern wurden sie fündig.

Zwar legten die Betroffenen eine Arbeitserlaubnis vor - tatsächlich wurden sie aber bei anderen Tätigkeiten als den erlaubten angetroffen. Gegen den betroffenen Arbeitgeber werde nun strafrechtlich ermittelt, den polnischen Arbeitern droht ein Bußgeld. Der Flughafenbetreiber will den Vertrag mit dem Subunternehmer mit sofortiger Wirkung gekündigt haben.

Regionalleiter Rainer Knerler indes äußert Zweifel an der Aufrichtigkeit beim Flughafenbetreiber. Er habe bereits in der Vergangenheit darauf aufmerksam gemacht, dass die regionalen Auftragnehmer in Berlin und Brandenburg die Aufträge an Subunternehmer weiterreichen. Doch die Flulghafengsellschaft meine, das gehe sie nichts an. "Wir haben den Eindruck, dass unsere Hinweise auf illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit als störend empfunden werden und man uns deshalb von der Baustelle fernhalten will."

"Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe Juli-August 2009

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