Bildung / Berufsbildung


Generation Praktikum: Regierung muss Missstand Riegel vorschieben

Berlin, 30.06.2011
Die Bundesregierung muss sich dem Missstand von Praktikantinnen und Praktikanten endlich entgegenstellen, forderte der DGB am Mittwoch in Berlin anlässlich einer Anhörung im Bildungsausschuss des Bundestages zur Situation von Praktikanten mit Hochschulabschluss. „Alle Welt redet vom Fachkräftemangel, aber die naheliegendsten Maßnahmen ihm entgegenzuwirken, werden nicht ergriffen.

Immer noch glauben viele Unternehmen, sie könnten es sich erlauben, Hochschulabsolventen als Praktikanten zu beschäftigen, oft sogar ohne Bezahlung. Statt den Fachkräften von morgen attraktive Angebote zu machen, werden sie erst einmal als billige Arbeitskräfte ausgebeutet“, sagte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende.

Eine aktuelle Studie der DGB-Jugend hat ergeben, dass die Unternehmen mit Praktikantinnen und Praktikanten zunehmend reguläre Arbeitskräfte ersetzen. Bezahlt werden sie selten, Praktika direkt nach dem Studienabschluss kommen sehr häufig vor. Dabei leisten vier von fünf Praktikanten vollwertige Arbeit in den Betrieben und drei von vier geben an, dass sie fest in die Arbeitsabläufe eingeplant sind.

Weil die Unternehmen nicht umdenken, muss die Politik handeln. Denn es gibt kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Praktika sollen ein Ausbildungsverhältnis sein. Deshalb brauchen sie gesetzliche Regelungen, in denen das Praktikum eindeutig als Lernverhältnis definiert wird. Inhalt, Dauer und Vergütung müssen geregelt und reguläre Stellen dürfen nicht durch Praktika ersetzt werden. Die Praktikumsdauer muss auf drei Monate begrenzt und mit mindestens 300 Euro pro Monat vergütet werden.

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