IG BAU - die tun was!


Politiker unter der Arbeitslupe

Holger Vermeer (mit Mikrofon) befragt die Kandidaten
Holger Vermeer (mit Mikrofon) befragt die Kandidaten © IG BAU (Thomas Krumscheid)
27.09.2013
Arbeiten für 2,30 Euro die Stunden – Wo soll die Reise hingehen? Unter diesem Motto haben der IG BAU-Bezirksverband Aachen sowie der Kreisverband Heinsberg am 5. September - im Vorfeld der Bundestagswahlen - Politiker unter die „Arbeitslupe“ genommen.

Aufgeschreckt von Berichten über menschenverachtende Arbeitsbedingungen im Kreis Heinsberg, die durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit aufgedeckt wurde, schritt die IG BAU vor Ort in Aktion. Zum Hintergrund: Das zuständige Hauptzollamt stellte besonders krasse Verstöße gegen die Entsenderichtlinie und die damit verbundenen Mindestlöhne im Bauhauptgewerbe bei der Vergabe von Glasfaserkabel-Verlegearbeiten fest. So verdienten auf Baustellen als Werker tätige Roma im Tiefbau nur 2,30 Euro brutto pro Stunde.

„So etwas können wir uns nicht gefallen lassen“, stellten die Vorsitzenden des Bezirksverbands Aachen, Friedrich Feldmann, und des Kreisverbands Heinsberg, Rudi Clemens, einhellig fest und beschlossen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zusammen mit Ralf Woelk, DGB-Vorsitzender NRW Süd-West, und Holger Vermeer, IG BAU-Regionalleiter der Region Rheinland, wurden die Vertreter der Fraktionen im Kreis Heinsberg am 5. September kritisch unter die Arbeitslupe genommen. In einer öffentlich geführten Diskussionsrunde auf dem Marktplatz standen die örtlichen Bundestagskandidaten Rede und Antwort.

Besonders interessierten dabei folgende Aspekte:

  • Welche Lehren ziehen Heinsberger Politiker aus dem Dumpinglohnskandal der Glasfaserkabelverlegung?
  • Was ist mit unserem Tariftreuegesetz?
  • Braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Mitarbeiter?
  • Wie können Arbeitnehmer besser vor Ausbeutung geschützt werden?
  • Oder brauchen wir einen deutlichen Politikwechsel?

Bei einer hitzigen Diskussion vor anwesenden Passanten wurden die unterschiedlichen Positionen der einzelnen Parteien zwar deutlich, jedoch konnte sich keine Partei zu einer eindeutigen Verurteilung der skandalösen Vorgänge durchringen.

Diese Tatsache kommentierte Holger Vermeer, der die Runde moderierte, mit den Worten: „ Das schießt den Vogel ab, dass geht gar nicht“ und traf damit offenbar die einhellige Meinung der anwesenden Zuhörer.

Sicher ist: Wir werden die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen und auch nach der Wahl weiter öffentlichen Druck ausüben. Die IG BAU wird es nicht zulassen, dass Tarifverträge durch dubiose Ausschreibeverfahren und Sub-Sub Verkettungen ausgehebelt werden - weder im Baugewerbe noch in anderen Tarifbereichen.

Wir sind eine Kampforganisation, damit müssen unsere Gegner rechnen.

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