Saisonarbeit


Qualitätssiegel "Faire Saisonarbeit"

EU unterstützt Initiative gegen schlechte Arbeitsbedingungen


© IG BAU
20.04.2008
Sie sind wieder da. Zu Hunderten auf den Spargelfeldern, dann auf Erdbeeranpflanzungen und später auf den Obstplantagen. Aber auch in Spanien, Frankreich, Italien und in den Niederlanden. In der Schweiz heißen sie Saisonniers oder arbeiten als Praktikanten. Früher kamen sie aus Spanien, Portugal oder Italien.

Doch seit sich die wirtschaftliche Situation dort verbessert hat, sind sie selbstbewusster geworden und setzen ihre Bezahlung ins Verhältnis zur Arbeitszeit. Heute sind Menschen aus Osteuropa die billigsten Landarbeiter.

Jedes Jahr sind in Deutschland etwa 350.000 ausländische Arbeitskräfte in der Erntezeit beschäftigt. Die Kenntnisse und Unsicherheiten der Arbeitnehmer in Bezug auf Arbeitsbedingungen sowie die Gefahr des Sozial- und Lohndumpings führen häufig dazu, dass die Saisonarbeit öffentlich negativ wahrgenommen wird.
Die IG BAU will das mit ihrem Konzept "Faire Saisonarbeit" in der Landwirtschaft ändern.

Mit Beginn der Erntesaison startet die IG BAU eine Initiative gegen Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern. Über eine spezielle Zertifizierung sollen unseriöse Arbeitgeber „enttarnt“ werden.

Dazu hat die IG BAU das Gütesiegel „Faire Saisonarbeit“ entwickelt, das in diesem Jahr erstmals an Arbeitgeber vergeben wird, die Mindestlöhne bei der Beschäftigung von Erntehelfern einhalten. Unterstützt wird die Initiative von der Europäischen Kommission.

Bei der Zertifizierung setzt die IG BAU auf die Kooperation mit den Betrieben. Die Unternehmen können sich auf freiwilliger Basis an der Initiative „Faire Saisonarbeit“ beteiligen. Beim Firmencheck durch die IG BAU geht es darum, ob den Saisonarbeitern ein angemessenes Einkommen gezahlt wird, ob sie vernünftig untergebracht werden und ob sie auf der Grundlage eines ordentlichen Arbeitsvertrages beschäftigt sind.

Arbeitgeber, die sich zur Einhaltung der Mindeststandards verpflichten und das auch nachweisen, bekommen das Zertifikat. Mit dem Gütesiegel können die Betriebe klipp und klar dokumentieren, dass sie verantwortungsbewusst mit ihren Beschäftigten umgehen.

Das Gütesiegel bietet eine einmalige Chance, ein deutliches Signal gegen die „schwarzen Schafe“ der Branche zu setzen. Nur für Betriebe, die etwas zu verbergen haben, gibt es einen Grund, sich nicht an der Zertifizierung zu beteiligen.

Mehr Infos zur Zertifizierung für Saisonarbeiter-Betriebe gibt es hier.

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