Gesundheit und Rente


Rente ab 63: Minijob letzter Notnagel und kein Schlupfloch


© DGB (Jana Stritzke)
27.06.2014
Zur aktuellen Debatte um Minijobs und die Rente erklärte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Freitag in Berlin: "Der Minijob ist kein Schlupfloch für die Rente mit 63, sondern höchstens ein Notnagel, wenn Beschäftigte mit 61 Jahren gefeuert werden und ihnen deshalb Abschläge bei der Rente drohen. Der Minijob ist arbeitsmarktpolitisch höchst bedenklich und sicher kein Mittel für gleitende Übergänge in die Rente.

Ältere Beschäftigte, die gekündigt werden, haben es leider besonders schwer, schnell wieder einen gleichwertigen, regulären Arbeitsplatz zu finden. Da die Arbeitsmarktchancen für Ältere derart desolat sind, kann der Minijob ein letzter Notnagel sein, auch das allerdings nur, wenn dabei auch selbst Rentenbeiträge gezahlt werden und so die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente erreicht werden können. Es geht also nicht um ein Schlupfloch, sondern darum, dass sich die Betroffenen ihre Ansprüche im Notfall auch über diesen Weg noch selbst erarbeiten.

Niemand wird aber mit 61 Jahren seinen Job kündigen und seine Anspruchsvoraussetzungen für die Rente ab 63 gefährden. Erstens wird dann eine Sperrzeit beim ALG I verhängt und außerdem ist ungewiss, ob dann überhaupt ein Minijob gefunden wird.

Ob es in Zukunft zu Frühverrentungen kommt, liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber. Wir fordern die Unternehmen weiter auf, die Rente ab 63 nicht zu missbrauchen, um ältere Beschäftigte frühzeitig auf die Straße zu setzen. Die Arbeitgeber müssen jetzt unter Beweis stellen, ob das Bekenntnis zu älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ernst gemeint ist. Sie müssen Entlassungen vermeiden und stattdessen die Arbeitsbedingungen insbesondere für Ältere deutlich verbessern."

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