Gesundheit und Rente


Rente muss zum Leben reichen!


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 20.05.2016
Das Thema Rente lässt die Politik nicht los. Nachdem Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bekannt gegeben hat, im Herbst Pläne für eine Rentenreform vorzulegen, melden sich die üblichen Bremser und Mahner zu Wort. Sie fürchten um ihre Pfründe, die sie mit Einführung der „Rente mit 67“ eingestrichen haben.

Ein Hauptargument der Reformgegner ist die vermeintliche Generationengerechtigkeit. In Wahrheit geht es ihnen dabei aber nicht um die höheren Beiträge für Arbeitnehmer. Die müssten, um eine weitere Absenkung des Rentenniveaus zu stoppen, gerade einmal 7,50 Euro im Monat mehr zahlen, hat der DGB für Durchschnittsverdiener errechnet. Dafür erhalten sie aber auch eine stabile Rente als Gegenleistung.

Den Kritikern geht es vielmehr um die Beiträge der Arbeitgeber, die zu gleichen Teilen in die Rentenversicherung ihrer Beschäftigten einzahlen. Sie sparen bei geringeren Beiträgen gleich Milliarden. Die spätere Rentenhöhe ihrer Beschäftigten ist für die Betriebe dagegen nicht so wichtig.

Niemand sollte sich also einreden lassen, dass eine Reform für die Jungen wer weiß wie teuer wird. Im Gegenteil: Wer heute arbeitet, vertraut kaum mehr auf eine ausreichende Rente im Alter. Betriebsrenten gibt es längst nicht für alle, das Riester-Modell hat sich angesichts von Minus-Zinsen als Flop erwiesen, und das Niveau der gesetzlichen Rente nähert sich für viele der Grundsicherung an.

In einigen Jahren droht in Deutschland deshalb eine Welle von Altersarmut. Vor allem junge Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte zahlen zwar Jahrzehnte in die Rentenversicherung ein, müssen im Alter aber zum Amt, um über die Runden zu kommen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Maßstab der Rentenpolitik darf deshalb nicht vorrangig die Beitragshöhe sein, sondern eine anständige Rentenleistung!

Ein Beitrag unseres Bundesvorsitzenden Robert Feiger in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe Mai 2016.