Gesundheit und Rente


Rentenversicherung: Beitragssenkung unerwünscht

03.09.2013
Die große Mehrheit lehnt die von der schwarz-gelben Bundesregierung initiierten Rentenbeitragssenkungen ab. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Auftrag des DGB am 26. und 27. August 1000 Deutsche dazu. Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage: 84 Prozent wollen die aktuellen Beitragssenkungen nicht, sondern favorisieren das DGB-Modell, nach dem die Überschüsse in der Rentenkasse verbleiben, um die Altersvorsorge zukunftssicher zu gestalten. Dies ist gegenüber 2012 noch einmal eine Steigerung von vier Prozentpunkten.

Die Bundesregierung hat zuletzt in einem außergewöhnlichen Verfahren durch das Beitragssatzgesetz eine Senkung des Rentenbeitrags von 19,6 auf 18,9 Prozent durchgesetzt. Auch für das nächste Jahr würde eine weitere Senkung auf voraussichtlich 18,4 Prozent anstehen. Die BürgerInnen, das belegt die Umfrage, halten jedoch nicht viel von diesem Mechanismus. Im Gegenteil, quer durch alle Parteien gibt es eine große Mehrheit, die eine Reserve und stabile Renten will.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach mahnt deshalb die Regierungskoalition, das Vertrauen, das die Deutschen in ihre Rentenversicherung haben, nicht länger aufs Spiel zu setzen: „Die Beitragssenkungen widersprechen den demografischen Herausforderungen, weil die notwendigen Spielräume zur Stabilisierung künftiger Renten pulverisiert werden.“

Die Senkungsbefürworter sind sowohl bei den CDU/CSU-Anhängern mit elf Prozent als auch bei den Getreuen der Liberalen mit 17 Prozent deutlich in der Minderheit. Aufgeschlüsselt nach Altersklassen zeigt sich, dass es bei dieser Einschätzung keine großen Unterschiede gibt. Bei den 14- bis 29-Jährigen entschieden sich 84 Prozent gegen die Reduzierung, bei den über 60-Jährigen sind es 88 Prozent.
Auch der Bildungsgrad ist bei dieser Grundhaltung nicht ausschlaggebend. 85 Prozent der HauptschulabsolventInnen sind gegen die Senkung, ebenso 90 Prozent derjenigen mit Abitur oder abgeschlossenem Studium.

Pluspunkte im Wahlkampf wird es deshalb mit diesem Konzept für Schwarz-Gelb kaum geben. Buntenbach: „Die Parteien, allen voran die CDU/CSU, sollten sich nicht länger von dem Irrglauben leiten lassen, sie könnten die Menschen in Deutschland mit einer Senkung der Rentenbeiträge ködern.“