Internationales


Rote-Karte-Aktion vor dem FIFA-Kongress


© BHI
Zürich, 01.06.2015
Am Freitagmorgen kamen Gewerkschaftsmitglieder verschiedener BHI-Mitgliedsorganisationen aus mehr als 10 Ländern (Byggands, IG BAU, FNV, KFCITU, TKTMS, UNIA, FILLEA-CGIL, FILCA-CISL, CGT, SINTRAICCCM, STICC und FO) zu einer Demonstration vor dem im Hallenstadion in Zürich stattfindenden FIFA-Kongress zusammen. Unter ihnen war auch Dietmar Schäfers, Stellvertretender IG BAU-Bundesvorsitzender.

Mit Kreuzen forderten die Gewerkschaften dazu auf, der modernen Sklaverei der Arbeitnehmer in Katar ein sofortiges Ende zu setzen. Diese Kreuze standen symbolisch für alle Arbeitnehmer, die seit der Aufnahme der Bauarbeiten für die im Jahr 2022 in Katar stattfindenden Fußballweltmeisterschaft ums Leben gekommen sind.

„Unsere Forderungen sind sehr einfach. Wir erwarten, dass den auf den Baustellen für die Fußball-WM beschäftigten Arbeitnehmern die Menschenrechte garantiert werden, sodass sie über menschenwürdige und sichere Arbeits- und Lebensbedingungen verfügen. Die FIFA muss sich aktiv dafür einsetzen – unabhängig davon, wie ihre neue FIFA-Führung aussieht”, so BHI-Generalsekretär Ambet Yuson.

„Inmitten des dramatischen Korruptionsskandals ist es von großer Bedeutung, dass wir die Arbeitnehmer nicht vergessen, die den höchsten Preis für die Ignoranz der FIFA gezahlt haben. Wir haben bereits auf unterschiedliche Art und Weise versucht, die FIFA dazu zu bewegen, sich dafür einzusetzen, dass die Gewerkschaften mit ins Boot genommen werden und sich für die Arbeitnehmerrechte in Katar einsetzen können. Wir sind heute hier, um deutlich zu machen, dass es uns reicht und dass es an der Zeit ist, einen konstruktiven Wandel einzuleiten”, erklärt Ambet Yuson.

„Den Arbeitnehmern müssen legale Mittel zur Verfügung stehen, damit sie sich Gewerkschaften anschließen und bessere Arbeitsbedingungen einfordern können. Darüber hinaus müssen sie über die Möglichkeit verfügen, den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land verlassen zu können, ohne dafür bestraft zu werden”, führt der BHI-Generalsekretär fort.

Mohan Logu Naicker war einer der bei der Demonstration anwesenden Gewerkschaftsmitglieder. Er ist Zimmermann und Mitglied der im südindischen Staat Tamil Nadu ansässigen Bauarbeitergewerkschaft TKTMS. Im Rahmen der Veranstaltung berichtete er über die massive Ausbeutung, der er in den sieben Jahren seiner Beschäftigung in Katar ausgesetzt war.

So erklärt er: „Ich war in Russland, auf den Malediven und auch in Dubai beschäftigt. In Katar sind die Bedingungen schlechter als in allen anderen Ländern. An diesem Zustand hat sich nichts verbessert. Ich musste 14 Stunden täglich arbeiten. Allerdings reichte mein Lohn immer noch nicht dafür aus, den bei meinem Rekrutierungsagenten aufgenommenen Kredit zurückzuzahlen. Uns allen war klar, dass uns eine Gefängnisstrafe drohte, wenn wir kündigen oder uns über die schlechten Bedingungen beklagen würden.”

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