Arbeit und Wirtschaft


Wachstumsenquete: Gute Analyse - aber Handlungsoptionen fehlen

08.10.2012
Seit Anfang 2011 arbeitet die Enquetekommission des Bundestages "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität". Die Projektgruppe 3 hat nun ihren Endbericht zu dem Themenbereich Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch vorgelegt. Mit dem heutigen Ressourcenverbrauch ist nachhaltiges und soziales Wirtschaften in der Welt innerhalb des vorgegebenen ökologischen rahmens nicht möglich, stellen die Kommissionsmitglieder fest.

Das gilt, obwohl bis auf Erdöl, Gas und Kohle alle Rohstoffe in der Erdkruste ausreichend vorhanden sind.

Effiziente Technologien können zwar Energie und Rohstoffe sparen helfen, durch eine steigende Produktion und höheren Konsum werden diese Einsparungen jedoch vielfach wieder aufgezeht (Reboundeffekt). Nationale Strategien und Einsparziele müssen stets in Verbindung mit internationalen Regel-Regimen stehen, an denen es bisher mangelt.

Weiterhin sind neue Produktionsverfahren - möglichst ohne Abfall - nötig. Darüber hinaus müssen sich Produktions- wie Konsumverhalten ändern.

DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel, sachverständiges Mitglied der 34-köpfigen Kommission, ist mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden: "Wir haben gefühlt die tausendste Analyse der Probleme, doch das wichtige Kapitel für Lösungen fehlt noch." Alle Erkenntnisse hätten bislang nicht zu konkreten Handlungsempfehlungen geführt. Der DGB habe Vorschläge unterbreitet. Danach müssten Strategien sozialer Verteilung des Wohlstandes, technologischer Fortschritt und ordnungspolitische Rahmensetzung vorrangig berücksichtigt werden.

"Umsteuerung und Mäßigung sind angesagt, doch mit Verzichtsstrategien gewinnen wir keine Zustimmung in der Bevölkerung", befürchtet Hexel. Am schwierigsten wird die Frage sein, wie der Wohlstand gerechter verteilt wird, damit für alle genug da ist.

Bis zum 30. Mai 2013 hat die Kommission Zeit, um ihren Endbericht vorzulegen. Hexel hofft, dass dann auch konkrete Handlungsempfehlungen vorliegen.