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IG BAU legt Agrar-Bericht über Arbeitsmissbrauch vor

Saisonarbeit


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 29.01.2019
In wenigen Wochen beginnt auf den Feldern wieder die Spargelzeit. Traditionell sind dies die ersten Feldfrüchte, die mit Hilfe vieler Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter geerntet werden. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt weist regelmäßig auf die oft noch sehr prekären Beschäftigungsverhältnisse der Menschen hin. Anlässlich der heute stattfindenden gemeinsamen IG BAU-Bundesfachgruppenkonferenz Landwirtschaft, Gartenbau und Floristik im IG BAU-Tagungszentrum Steinbach wurde der Aktionsbericht „Saisonarbeit in der Landwirtschaft“ vorgestellt.

Er fasst die Erfahrungen zusammen, die bei der Beratung von Erntehelfern auf den Spargel- und Erdbeerfeldern im Jahr 2018 gemacht wurden. „Ein Ergebnis ist dabei sehr deutlich geworden: Während die Landwirtschaft immer moderner wird, spiegelt sich das in den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten noch längst nicht überall wieder“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum. „Der Bericht dokumentiert Verstöße gegen das Arbeitsrecht auf Kosten der Beschäftigten. Bitter ist es, mitzuerleben, wie die Unwissenheit über ihre Rechte und teils sogar die Angst der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor einem Jobverlust ausgenutzt wird.“

In Deutschland arbeiten etwa 300 000 Saisonarbeitskräfte aus dem europäischen Ausland, die Jahr für Jahr zumeist in Handarbeit Gemüse und Obst produzieren. Typische Verstöße umfassen falsche Arbeitszeitaufzeichnungen, unbezahlte Überstunden, überlange Arbeitszeiten, zu hohe Kosten für Kost und Logis, schlechte Unterkünfte und Lohnabzüge für Arbeitsmaterial. Mit Aufklärungsaktionen auf den Feldern, mit Flyern und Internetangeboten in verschiedenen Sprachen macht die IG BAU die Betroffenen auf ihre Rechte aufmerksam und hilft, diese gegenüber den Betrieben durchzusetzen. Das ist nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern nützt auch dem fairen Wettbewerb. Denn auch die vielen Betriebe, die sich an die Regeln halten, geraten durch die schwarzen Schafe ihrer Branche immer stärker unter Druck.

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