Mindestlohn - 86 Prozent der Deutschen unterstützen gesetzlichen Mindestlohn

86 Prozent der Deutschen unterstützen gesetzlichen Mindestlohn


© DGB (Simone M. Neumann)
05.03.2015
Eine mit 86 Prozent sehr große Mehrheit der Deutschen hält die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns für richtig. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des DGB. Auch vier von fünf Anhänger/innen der Unionsparteien unterstützen den Mindestlohn.

Sogar zwei Drittel der FDP-Anhänger unterstützen gesetzlichen Mindestlohn
Am höchsten ist die Zustimmungsrate zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns unter Anhänger/innen der SPD (94%), gefolgt von Anhänger/innen der Partei DIE LINKE (92%) und denen der Grünen (91%). Aber auch vier von fünf Anhänger/innen von CDU und CSU (79%) finden den gesetzlichen Mindestlohn richtig. Und selbst unter den Anhänger/innen der FDP unterstützen fast zwei Drittel (63%) die gesetzliche Lohnuntergrenze.

Zustimmung nach Einführung nicht geringer geworden
Die ersten praktischen Erfahrungen mit dem vor etwa zwei Monaten eingeführten gesetzlichen Mindestlohn haben nicht zu einer verringerten Zustimmung in der Bevölkerung geführt. Die Zustimmungsrate von 86 Prozent entspricht der, die auch bei einer Umfrage im Mai 2014 ermittelt wurde. Auch mögliche Preissteigerungen ändern nichts an der Zustimmung zum gesetzlichen Mindestlohn. Fast alle Befragten, die den Mindestlohn befürworten (94%), würden sich auch bei teurer werdenden Waren und Dienstleistungen immer noch für eine gesetzliche Lohnuntergrenze aussprechen.

77 Prozent der Befragten sehen einen Vorteil des gesetzlichen Mindestlohns darin, dass viele Beschäftigte ihr Einkommen jetzt nicht mehr mit Hartz IV "aufstocken" müssten.

Fast jede/r Fünfte hat bereits Erfahrung mit Mindestlohn-Umgehung durch Arbeitgeber gemacht
18 Prozent der Befragten – und damit fast jede/r Fünfte – haben bereits Erfahrung mit Arbeitgebern gemacht, die den Mindestlohn umgehen. Drei Prozent der Befragten waren davon selbst betroffen, weitere 15 Prozent kennen einen entsprechenden Fall aus dem Bekanntenkreis.