Tarife - Floristik: Neue Tarifstruktur

Floristik: Neue Tarifstruktur

21.09.2015
Die Tarifabschlüsse in der Floristik am 17. September in Gelsenkirchen standen ganz im Zeichen der IG BAU Kampagne "Faire Arbeit Jetzt!". Nach einer fast siebenstündigen Verhandlung, die vielfache Beratungen in den jeweiligen Tarifkommissionen erforderte, standen zwei neue Regelwerke für die Floristik fest.

Das wichtigste Anliegen der IG BAU-Tarifkommission war es, deutliche Signale für eine Umsetzung der Ost-West-Angleichung zu setzen. In einem zweiten Tarifabschuss für das westliche Tarifgebiet erreichten die IG BAU-Mitglieder eine Erhöhung des Eckentgeltes um 2,6 Prozent. Zu den Tarifabschlüssen im Einzelnem:

Entgelttarifvertrag Floristik (Ost):
Nach elf Jahren und vielfach vergeblichen Verhandlungen gelang der Tarifkommission der Durchbruch sowie die Einführung einer neuen Tarifstruktur.

Erstmalig werden die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ab dem 1. Oktober 2015 in einem Entgelttarifvertrag erfasst. Die Entgeltgruppen werden denen im Westtarifvertrag angepasst. Nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes galt für jede bisherige Entgeltgruppe 8,50 Euro/Stunde..

Gemäß dem Abschluss haben Gewerkschaftsmitglieder nun einen höheren Anspruch auf ihren Stundenlohn. Die Entgelte erhöhen sich zwischen 1,2 und 12,9 Prozent und das Eckentgelt um 3,5 Prozent!

Arbeitszeitanpassung Ost an West nach 25 Jahren Ländervereinigung: Die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von bisher 41 Stunden auf eine 39-Stundenwoche angeglichen an das Tarifgebiet West, war eine weitere sehr wichtige Errungenschaft des Abschlusses.

Die Auszubildendenvergütungen erhöhen sich zwischen 85 und 140 Euro monatlich.

Entgelttarifvertrag Floristik (West):
Mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 verhandelten die Tarifvertragsparteien einen weiteren Entgelttarifvertrag für die westlichen Bundesländer aus. Der Ecklohn wird für das Tarifgebiet im einzelnem in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Bremerhaven, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein um 2,6 Prozent erhöht.

Das Prozentgitter innerhalb der Entgeltgruppen A1 bis A5 wurde wieder eingeführt. Besitzstände herrührend aus den Überleitungstarifverträgen aus 2009 werden ausdrücklich bestätigt und prozentual bei der Erhöhung entsprechend berücksichtigt.

Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich gleichfalls um 2,6 Prozent.

Beide Tarifverträge haben eine Laufzeit bis 31. Dezember 2016.