Mitbestimmung - Frauenquote: Kein Allheilmittel, aber einer erster Schritt

Frauenquote: Kein Allheilmittel, aber einer erster Schritt


© IG BAU (Devin Can)
26.02.2015
„Wenn das nicht freiwillig geht, dann brauchen wir eben ein Gesetz“, machte IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger heute während einer IG BAU-Informationsveranstaltung "30%. Quote schafft neue Wege. Welche?" klar. „Wir begrüßen das ausdrücklich.“

Ähnlich wie beim Mindestlohn könne damit die gesellschaftspolitische Akzeptanz einer Quote erhöht werden.

Die Unternehmen hätten ihre Zusagen der freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2001 nicht erfüllt, nun muss es eben die Quote richten. Mindestens 30 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten von „börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen“ sieht der Gesetzentwurf unter anderem vor, der voraussichtlich zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, verabschiedet wird. Dies betrifft rund 100 Unternehmen.

Doch was nutzt das beste Gesetz, wenn die Rahmenbedingungen, wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die Vereinbarung von Familie und Beruf, nicht stimmen. Ob Unternehmen beispielsweise familienfreundlicher werden, dazu äußerste sich IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt.

„Das Thema Quote beschäftigt uns schon seit vielen Jahren. Doch Freiwilligkeit hat nichts gebracht“, ergänzte Ulrike Laux, IG BAU-Bundesvorstandsmitglied. Ein Allheilmittel sei die Quote aber nicht, allerdings ein „erster Schritt, um den Prozess anzuschupsen“.

„Ob die Quote erfolgreich ist, hängt von unserem Handeln ab“, betonte IG BAU-Bundesfrauensekretärin Sylvia Honsberg und stellte sich zugleich die Frage „Wollen das die Männer überhaupt?“

Dass es gewollt sein muss, zeigen die Zahlen, die Marion Weckes und Lasse Pütz von der Hans-Böckler-Stiftung präsentierten. Was viele schon geahnt haben, belegten die beiden Wissenschaftler schwarz auf weiß. In den vergangenen Jahren hat sich im Bezug auf Frauen in Vorständen beziehungsweise Aufsichtsräten gar nichts bis wenig getan.

Bei den Frauen in Vorständen stieg die Quote von zwei Prozent im Jahr 2005 auf fünf Prozent im Jahr 2014. In den Aufsichtsräten lag sie bei zehn Prozent (im jahr 2005) beziehungsweise bei 19 Prozent (im Jahr 2014).

Es gibt also noch einiges zu tun - denn auch hier gilt: Faire Arbeit Jetzt!

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IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux (oben) und IG BAU-Bundesvorstizender Robert Feiger sehen die Quote als Anfang. Weitere Schritte müssen folgen.
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