Tarife - Gartenbau Nordrhein-Westfalen: Erste Tarifverhandlung ergebnislos vertagt

Gartenbau Nordrhein-Westfalen: Erste Tarifverhandlung ergebnislos vertagt


31.10.2016
Die Tarifvertragsparteien des Gartenbaus in Nordrhein-Westfalen kamen am 26. Oktober 2016 in Köln zu einer ersten Tarifverhandlung für die Erhöhung der Löhne und Gehälter zusammen.

Arbeitgeberseitig gab es das Interesse, die Lohnverhandlungen mit Rahmentarifverhandlungen zu verbinden, insbesondere die Ausgestaltung der Arbeitszeit bzw. Arbeitszeitflexibilisierung. Es bestätigt sich damit, dass die diesjährigen Lohn- und Gehaltsverhandlungen im Schatten der Verhandlungen über einen Bundesrahmentarifvertrag für den Gartenbau stehen.

Auch in der siebten Verhandlung über einen Bundesrahmentarifvertrag fanden die Tarifvertragsparteien in der Frage der Arbeitszeitflexibilisierung keine Einigung. Die Tarifkommissionsmitglieder der IG BAU im Gartenbau sind sich einig: Regelungen von flexiblen Arbeitszeiten dürfen die Gesundheit von Beschäftigten nicht belasten und körperlich anstrengende sowie anspruchsvolle Arbeiten müssen auch entsprechend gerecht entlohnt werden.

Eine Einigung in der Frage Arbeitszeit betrifft nicht nur das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen. Deshalb konnte im Rahmen dieser Verhandlung IG BAU-seitig auch keine Einigung angestrebt werden. Unabhängig davon liegen die Positionen immer noch viel zu weit auseinander. Bei einem Arbeitszeitkonto von 350 Plusstunden besteht zwangsläufig die Gefahr von Arbeitsunfällen und von daher kann die IG BAU nicht zustimmen.

Ein Folgetermin für reine Lohnverhandlungen wurde zunächst nicht vereinbart, dennoch bekräftigte die IG BAU Tarifkommission nochmals ihre Forderung wie folgt:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,9 Prozent,
  • Anschlusstarifverträge,
  • keine Lohn- und Gehaltsgruppe unter 9,10 Euro/h,
  • deutliche Erhöhung der Auszubildendenvergütungen,
  • Erhöhung des Urlaubsgeldes,
  • Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten.

Scheitern die Verhandlungen über einen Bundesrahmentarifvertrag, bleiben die alten Regelungen bestehen und es werden reine Lohnverhandlungen geführt, was allerdings nicht im Interesse der Tarifvertragsparteien wäre.