Tarife - Immobilien- und Wohnungswirtschaft: Abschluss erzielt

Immobilien- und Wohnungswirtschaft: Abschluss erzielt

29.06.2015
Am 24. Juni hat in Bochum die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft stattgefunden. Neben einer angemessenen Erhöhung der Vergütung, hatten wir ebenfalls den Einstieg in einen Tarifvertrag zum demographischen Wandel sowie zwei zusätzliche freie Tage für Mitglieder der IG BAU und ver.di gefordert.

Nachdem die ersten beiden Verhandlungen davon geprägt waren, dass die Arbeitgeber erklärten, unsere Vorstellungen seien völlig inakzeptabel, gab es in der dritte Runde Kompromissbereitschaft. Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen konnte folgendes Ergebnis erzielt werden:

• Die Gehälter der Gehaltsgruppen I – III (erstes Berufsjahr) erhalten ab dem 1. Juli 2015 eine Erhöhung von monatlich 70 Euro. Die Gehälter ab der Gehaltsgruppe III (zweites bis fünftes Berufsjahr) und folgende erhalten eine lineare Erhöhung von 2,4 Prozent, gerundet auf volle fünf Euro.

• Die Löhne der Gruppen I – III erhalten, ebenfalls ab dem 1. Juli 2015, eine Erhöhung von 70 Euro pro Monat. Die Gruppen IV und V werden um 2,4 Prozent, gerundet auf volle fünf Euro, erhöht.

• Die Ausbildungsvergütungen werden pro Ausbildungsjahr ab dem 1. Juli 2015 um 30 Euro angehoben.

• Ab dem 1. Juli 2016 werden die Löhne und Gehälter nochmals um 2,2 Prozent, gerundet auf volle fümf Euro, erhöht.

• Die Ausbildungsvergütungen werden ab dem 1. Juli 2016 um 25 Euro angehoben.

• Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Des Weiteren haben die Tarifvertragsparteien vereinbart, die Gespräche zur Modernisierung des Manteltarifvertrages zeitnah zu einem Ergebnis zu führen sowie die Gespräche über einen Tarifvertrag zum demographischen Wandel aufzunehmen. Zu diesem Zweck haben wir den Arbeitgebern bereits unsere Eckpunkte übergeben.

Inhalte des Tarifvertrages sind aus unserer Sicht Regelungen, die
• sich mit der Ausbildung und der Übernahme von Auszubildenden beschäftigen,
• die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern,
• die Qualifizierung für alle Arbeitnehmer ermöglichen,
• Antworten finden auf die Vermeidung weiterer Arbeitsverdichtung und steigendem Arbeitsdruck sowie
• die Möglichkeit bieten, lebensphasenorientierte Arbeitszeiten zu vereinbaren.

Mit diesem Tarifabschluss ist es uns gelungen, eine soziale Komponente zu vereinbaren. Die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen sowie die Auszubildenden erhalten eine überproportionale Erhöhung von bis zu 3,8 Prozent in der ersten Lohngruppe sowie 3,65 Prozent in der ersten Gehaltsgruppe.

Die Tarifvertragsparteien haben eine Erklärungsfrist von zwei Wochen vereinbart.