Tarife - Landwirtschaft: Tarifverhandlungen bei Bezugs- und Absatzgenossenschaften Weser-Ems stehen auf der Kippe

Landwirtschaft: Tarifverhandlungen bei Bezugs- und Absatzgenossenschaften Weser-Ems stehen auf der Kippe

28.01.2016
Auftakt zur den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bezugs- und Absatzgenossenschaften Weser-Ems: Am 27. Januar trafen sich IG BAU und Arbeitgeber zur ersten Verhandlungsrunde - allerdings ohne Ergenbis.

Zu Beginn erläuterten die Arbeitgeber die schwierige wirtschaftliche Situation der Unternehmen, was die Bandbreite für Lohn- und Gehaltserhöhungen aus ihrer Sicht erheblich einschränkt. Aber diese Aussage war für die Tarifkommission nicht neu. Das dann unterbreitete Angebot der Arbeitgeber konnte einem jedoch schon fast die Sprache verschlagen:

  • Laufzeit des Tarifvertrages: 1. Januar bis 31. Dezember 2016,
  • im Durchschnitt aller LG 0,21 Euro pro Stunde = 36,54 Euro brutto = ca. 1,5 Prozent,
  • ersatzlose Streichung der LG 1a-c (mit Besitzstand),
  • ersatzlose Streichung der Gehaltsgruppen K 1(B) und T 1 (mit Besitzstand),
  • ersatzlose Streichung der LG 9 - Raumpflegerinnen,
  • der LTV sowie der GTV sollen zukünftig nur noch für Arbeitnehmer gelten, die über eine einschlägige Berufsausbildung verfügen.

Nach einer kurzen Besprechung der Mitglieder der Tarifkommission war klar: Das ist kein verhandlungsfähiges Angebot!

Die Antwort der Tarifkommission war eindeutig:

  • Die angebotene Lohn- und Gehaltserhöhung ist definitiv zu niedrig,
  • die ersatzlose Streichung der Lohn- und Gehaltsgruppen wird nicht akzeptiert,
  • ein genereller Ausschluss an- und ungelernter Arbeitnehmer aus dem Geltungsbereich der Tarifverträge ist völlig inakzeptabel. Die Folgen sind kaum absehbar.

In einer weiteren Verhandlungsrunde erklärten die Arbeitgeber ausdrücklich, dass die 1,5 Prozent aus ihrer Sicht nicht mehr verhandelbar sind.

Für die Tarifkommission stellt das ein Diktat dar und keine Verhandlung zwischen gleichberechtigten Sozialpartnern.

Bestätigt durch die eindeutige Aussage der Arbeitgeber, dass keine weiteren positiven Veränderungen hinsichtlich der Lohn- und Gehaltserhöhungen nach oben hin möglich sind, hat die Tarifkommission der Festlegung eines neuen Verhandlungstermins nicht zugestimmt.