Tarife - Maler- und Lackiererhandwerk: Erstes Tarifgespräch für die Auszubildenden

Maler- und Lackiererhandwerk: Erstes Tarifgespräch für die Auszubildenden

12.06.2015
Am 11. Juni fand in Mainz ein erstes Tarifgespräch zum Abschluss eines neuen Tarifvertrages für die Auszubildenden im Maler- und Lackiererhandwerk statt. Sehr deutlich machten die IG BAU-Vertreter zu Beginn des Gesprächs auf die Ausbildungssituation in der Branche aufmerksam. Dem attraktiven Berufsbild stehen unattraktive Rahmenbedingungen und immer wiederkehrende Kritik an der Ausbildungsqualität gegenüber. Im Ergebnis spiegelt sich die Situation in deutlich sinkenden Ausbildungszahlen und einer hohen Abbrecher-Quote wieder.

Das aktive Bemühen um qualifizierten Nachwuchs ist eine zentrale Aufgabe der Branche. Letztlich müsse neben dem Image auch die Qualität der Ausbildung den modernen Anforderungen des Ausbildungsmarktes und der jungen Generation gegenüber angepasst werden und die Bezahlung am Ende stimmen.

In der anschließenden Diskussion schilderten zwei Kolleginnen aus der IG BAU Verhandlungskommission - die zurzeit ihre Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk absolvieren - sehr lebhaft ihre eigenen Erfahrungen, was die Arbeitgeberseite sichtlich beeindruckte.

Die IG BAU forderte die Vertreter des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz auf, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um den Fachkräftebedarf der Branche für die Zukunft sichern zu können.

Dazu hat die IG BAU der Arbeitgeberseite ein Maßnahme-Paket vorgeschlagen, dass gleichzeitig auch die Forderungen in der Tarifrunde darstellen. Über die Verbesserung der tariflichen Rahmenbedingungen hinaus, sind aus Sicht der IG BAU aber auch weitere Anstrengungen nötig.
 

Im Einzelnen fordert die IG BAU
1. Deutliche Verbesserung der tarifvertraglichen Rahmenbedingungen für die Auszubildenden, das heißt:
- Stufenweise Erhöhung der Ausbildungsvergütung, mit dem perspektivischen Ziel eine Vergütung im 3. Ausbildungsjahr von 1.100,- Euro zu erreichen.
- Tarifvertragliche Regelungen zur Arbeitszeit, Fahrkostenerstattung, Erschwerniszuschlägen und der Behandlung von Mehrarbeit.
- Erhöhung des Urlaubsanspruchs auf 30 Arbeitstage.

2. Aufnahme von Gesprächen zur Einführung einer Berufsbildungsumlage und eines Berufsbildungs-Tarifvertrages in der Branche, um alle Betriebe an den Ausbildungskosten zu beteiligen und die Betriebe zu entlasten, die ausbilden.

3. Gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität.

Die Arbeitgeberseite erklärte, die Forderungen in ihren Gremien zu diskutieren und in Verhandlungen einzutreten

Als Verhandlungstermin wurde der 9. Juli vereinbart.