IG BAU - die tun was!


Altersübergangsgeld tariflich absichern!

Kollegen aus dem Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus sprechen mit Bundestagsabgeordneten über Forderungen der IG BAU


Mitglieder des IG BAU-Kreisverbandes
Wiesbaden-Rheingau-Taunus mit
einem persönlichen Mitarbeiter von
Frau Dr. Kristina Schröder © privat
24.05.2013
Für uns war das etwas Neues und wir hatten keine Erfahrung darin, wie in Gesprächen mit Politikern zentrale Forderungen der IG Bau diskutiert werden. Im Jahr der Bundestagswahl wollten wir unseren Kolleginnen und Kollegen eine Entscheidungshilfe geben, welcher Partei sie ihre Stimme geben. Im Kreisvorstand bereiteten wir uns inhaltlich auf die Gespräche vor:

Wichtig war, mit einer guten Diskussionsleitung einen ausreichenden Zeitrahmen für unsere Forderungen sicherzustellen. Ausschweifende Erklärungen der Bundestagsabgeordneten sollen vermieden werden. Betroffene Kollegen sollten an den Gesprächen teilnehmen (z. B. ein Kollege aus dem Gerüstbaugewerbe mit einer hohen körperlichen Belastung im Arbeitsalltag) und ein Kollege, der eine geringe Erwerbsminderungsrente bezieht und regelmäßig bei der „Tafel“ seine Ernährung sicherstellt.

Fachliche Unterstützung holten wir uns bei unserem Bezirksvorstand mit einem Kollegen, der seine Erfahrung im Rentenrecht einbrachte. „Kuschelgespräche“ wollten wir keine! Selbstverständlich war, gegenüber den Politikerinnen höflich aber mit Nachdruck die IG BAU-Forderungen vorzutragen.

In der IG Bau beschäftigen wir uns seit Jahren mit den Folgen von Agenda 2010 und Rente mit 67 für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Vorschläge der IG BAU über ein tariflich abgesichertes Altersübergangsgeld vor Rentenbeginn, haben wir vor Ort den Bundestagsabgeordneten in unserem Kreisverband vorgestellt.


Was haben wir erreicht?

Dr. Kristina Schröder, CDU

Wir hatten keine Scheu davor, auch mit der Wiesbadener Bundesministerin, Frau Dr. Kristina Schröder(CDU) in der hessischen Parteizentrale zu sprechen. Frau Dr. Kristina Schröder hat sich mit den IG Bau-Forderungen ernsthaft auseinandergesetzt.

Nach unserem Gespräch hat sie uns in einem mehrseitigen Schreiben erklärt, dass die Absicherung einer verminderten Leistungsfähigkeit im Alter nicht Aufgabe der Arbeitsförderung sein könne. Eine Finanzierung aus Beitragsmitteln der Bundesagentur für Arbeit sei nicht zu rechtfertigen.

Im Klartext: Ein Altersübergangsgeld wird trotz eines geplanten Teilbetrages durch die Tarifvertragsparteien von der CDU nicht unterstützt.

Foto: BMFSFJ / L. Chaperon

Heidemarie Wieczorek-Zeul, SPD

Ministerin a.D. Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) kam trotz schlechter Witterung und musste sich von uns ein sprachliches Gewitter zur Agenda 2010 anhören. Sie sagte uns zu, auf dem Parteikonvent der SPD unsere berechtigten Forderungen vorzutragen.

Ihre Zusage verband sie mit der Aufforderung, dass wir den neuen SPD-Bundestagsabgeordneten vor Ort unterstützen. Sie kritisierte, als Bundestagsabgeordnete bisher nie wegen Agenda 2010 von den Wiesbadener Gewerkschaften angesprochen worden zu sein.

© SPD-Parteivorstand / D. Butzmann / F. Jaenicke /  S. Knoll / B. Kraehahn

Wolfgang Gehrke, Die Linke

Wolfgang Gehrke (Die Linke) nahm sich für uns sehr viel Zeit, obwohl er am kommenden Tag als Gast der chilenischen Regierung einen langen Tag vor sich hatte. Er lehnt ohne Wenn und Aber die Agenda 2010 ab und bekräftigt, dass Die Linke dementsprechend im Deutschen Bundestag auftritt.

Die IG Bau-Forderungen nach einer tariflichen Regelung über ein Altersübergangsgeld wurden von Herrn Gehrke zustimmend aufgenommen. Der Kreisvorstand erhielt zudem eine mündliche Einladung nach Berlin, um auch den Sozialpolitikern der Partei Die Linke unsere Forderung zu erläutern.

© Bundestag

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Bündnis 90/Die Grünen

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) fiel besonders durch seinen großen Sachverstand auf. Er überzeugte mit seinem rentenpolitischen Fachwissen.

Die IG BAU-Forderung, das Altersübergangsgeld tariflich zu regeln und dabei staatliche Zuschüsse als Bestandteil des Tarifvertrages einzukalkulieren, begrüßte er ausdrücklich. Das Konzept der IG BAU zu diesem Thema wolle er in die entsprechenden Gremien der GRÜNEN einbringen. Das Ergebnis seines Engagements werde er uns schriftlich erläutern.

© Helmut Seuffert

Wir werden auf einer Mitgliederversammlung vor den Bundestagswahlen die Ergebnisse unserer Gespräche mit der Ministerin und den Bundestagsabgeordneten vorstellen. Der Kreisvorstand ist sicher, dass danach unsere Kolleginnen und Kollegen eine Entscheidungshilfe haben, die richtigen Parteien zu wählen.

Fazit: Dran bleiben!
Künftig werden wir verstärkt die Bundestagsabgeordneten im Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus mit den IG BAU-Forderungen konfrontieren und Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Forderungen der organisierten Kolleginnen und Kollegen suchen.

IG BAU - die tun was!

Ein Beitrag unseres Kollegen Manfred Mahle.