Internationales


Belgische Gewerkschafter protestieren am Sitz des niederländischen Baukonzern BAM

05.12.2014
Am heutigen Freitag, 5. Dezember, protestieren 50 belgische Mitarbeiter des niederländischen Baukonzern BAM, die auch Mitarbeiter in Deutschland hat, in der Zentrale der BAM Bunnik (Niederlande). Die Arbeiter fordern mehr Informationen über die Umstrukturierung der europäischen Gruppe. Diese Veränderungen sollten durch koordinierte europäischer Maßnahmen der Arbeitnehmer begleitet werden.

Anfang Oktober mussten die Mitarbeiter aus der Presse erfahren, dass der niederländische Baukonzern BAM eine umfangreiche Umstrukturierung durchführen wird. Mehr als 700 Arbeitsplätze werden betroffen sein, vor allem in den Niederlanden. In Belgien sollen verschiedene operative Gesellschaften in einer einzigen BAM Belgien verschmelzen.

Mittlerweile gibt es bereits lokale Konsultationen zwischen Gewerkschaften und Unternehmensleitungen.

"Die belgischen Gewerkschaften und Arbeitnehmer sollten sich keine Sorgen machen", so heißt es ...

Aber warum die Unternehmen zusammengeführt werden und welche genauen Auswirkungen das auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen hat, konnte bisher niemand sagen.

Europäischer Betriebsrat?
Vor einigen Monaten legte das zentrale BAM-Management die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Betriebsrat, in dem auch deutsche Vertreter sitzen, „auf Eis". Das ist das Forum, in dem man nach europäischem Recht die Mitarbeiter bei wichtigen grenzüberschreitenden Entscheidungen zu informieren und zu konsultieren hat.

Blacklisting
Das ist nicht der erste Fall, in dem die BAM Gruppe wegen des Umgangs mit ihren Mitarbeitern in der Kritik steht. BAM UK wird mit dem "Blacklisting“ Skandal in Verbindung gebracht. Das Unternehmen soll sich Dienstleistungen einer Beratungsgesellschaft zunutze gemacht haben, die mehr als einmal (zukünftige) Mitarbeiter überprüft haben. So wurden Arbeitnehmer, die in der Vergangenheit zum Beispiel an regulären Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt oder politisch aktiv waren, gezielt diskriminiert und aus dem Unternehmen ausgeschlossen. Es gab bereits Anhörungen im schottischen Parlament und die englischen Gewerkschaften haben eine Klage angestrengt. Die belgischen Gewerkschaften erklären sich mit den englischen Kollegen solidarisch und fordern eine vollständige Aufklärung und entsprechende Entschädigungen in diesem Fall.

Respekt & Beratung gefragt
Für die belgischen Gewerkschaften ist die Haltung des zentralen BAM-Managements inakzeptabel. Sie fordern einen respektvollen Umgang und einen sozialen Dialog mit den Arbeitnehmern, sowohl lokal als auch auf europäischer Ebene.

Weiterhin erinnern die belgischen Gewerkschaften das BAM-Management an seine Verpflichtungen in Bezug auf Corporate Social Responsibility. BAM hat sich in einer internationalen Rahmenvereinbarung gegenüber dem Weltverband der Bau- und Holzgewerkschaften BHI zur Einhaltung sozialer Standards verpflichtet.

Forderungen der Gewerkschaften:
1. Sofortiger Neustart der europäischen Konsultation über den Europäischen Betriebsrat;
2. Klare Informationen über die lokale, nationale und europäische Ebene;
3. Die Einhaltung der Bedingungen der sozialen Verantwortung, wie in der internationalen Rahmenvereinbarung mit der BHI verankert.

Die deutschen Arbeitnehmervertreter der BAM Gruppe und die IG BAU erklären sich mit den Forderungen in vollem Umfang solidarisch und werden entsprechende Forderungen an die zentrale Leitung in den Niederlanden richten.

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