IG BAU - die tun was!


City-Baustelle Leipzig: Kein Lohn für rumänische Bauarbeiter


© Toralf Herschel
18.07.2014
„Gute Arbeit, gutes Geld“. Das hatte man den Kollegen bei der Anwerbung in Rumänien versprochen. Für acht Stunden Arbeit pro Tag 60 Euro, dazu Unterkunft und Verpflegung. Im Vertrauen darauf haben die Männer zugesagt – und im Zentrum von Leipzig Fassaden hergerichtet – 44 Stunden in der Woche.

Doch dann kam die böse Überraschung: sie hatten keinen schriftlichen Vertrag – und Lohn wurde kaum gezahlt.

Untergebracht waren die Bauarbeiter in Halle. Mit acht Mann teilten sie sich eine völlig unmöblierte Zweiraum-Wohnung. Geschlafen wurde auf ein paar schmutzigen Matratzen. Geld oder Essen gab es keines, gelegentlich wurden Brote vorbeigebracht. An manchen Tagen hatte sie nichts zu beißen und mussten hungern.

Als Abschlag für die schwere Arbeit gab es mal so 370 Euro auf die Hand – ohne Lohnabrechnung. Irgendwann reichte es den Bauleuten- Sie nahmen Kontakt zur IG BAU auf. Gemeinsam mit einer Übersetzerin setzt sich IG BAU-Mann Hans-Jürgen Töpfer nun für deren Belange ein.

Entsprechend dem Mindestlohn Ost und den geleistetem Stunden stehen den Kollegen jeweils noch rund 2.700 Euro zu. Aber wer muss die zahlen? Beschäftigt sind die acht Rumänen in einem undurchsichtigen Geflecht von Unternehmen und Subunternehmen. Die Männer arbeiten für eine rumänische Firma, diese wiederum für ein italienisches Unternehmen mit Sitz in Leipzig und dieses ist offenbar wieder für den Bauträger, das bekannten Leipziger Immobilienunternehmen Hildebrand & Jürgens, tätig.

Es wird nun juristisch geprüft, wer die ausstehenden Löhne zahlen muss. Auch die Leipziger Europa-Abgeordnete Constanze Krehl (SPD) sagte Hilfen zu. Arbeitnehmerfreizügigkeit ist ein europäisches Grundrecht. Und wer woanders arbeitet, muss auch da ordentlich bezahlt werden.

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