Arbeit und Wirtschaft


Durchblick fürs „Sachsen-Parlament“: MdLs bekommen Gratis-Blick durch „Arbeiter-Brille“

IG BAU präsentiert „sächsische Polit-To-Do-Liste“


06.02.2015
Klare Sicht für den Sächsischen Landtag auf die 1,53 Millionen Beschäftigten in Sachsen: die Landtagsabgeordneten in Dresden können sich über eine Brille freuen - eine Schutzbrille vom Bau. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt in Sachsen will damit den Blick der Abgeordneten von CDU, SPD, Linken und Grünen schärfen:

„Sie sollen vor allem ihre Wahlversprechen nicht aus den Augen verlieren – schon gar nicht die gerechte und soziale Politik, die sie versprochen haben. Und es hat noch keinem geschadet, beim Tagesgeschäft mal durch eine echte ‚Arbeiter-Brille‘ zu gucken“, sagt der Vize-Chef der IG BAU-Region Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mirko Hawighorst.

Die IG BAU startet die Brillen-Aktion vor dem „Sachsen-Parlament“ zum Auftakt der nächsten Landtagssitzung. Im Vorfeld haben neben den beiden Koalitionsparteien auch alle Abgeordneten der Linken und der Grünen Post von der IG BAU Sachsen bekommen. Darin gab es neben einem „BAU-Brillen-Bon“ auch eine ganze Liste konkreter Forderungen, die insbesondere den rund 105.000 Bau-Beschäftigten in Sachsen auf den Nägeln brennen. Ganz oben auf der „sächsischen Polit-To-Do-Liste“ steht die Einhaltung und Kontrolle des Mindestlohns – des gesetzlichen von 8,50 Euro pro Stunde ebenso wie die des Tarif-Mindestlohns, den es zum Beispiel auf Baustellen oder in der Gebäudereinigung gibt.

Darüber hinaus will die IG BAU mit der Schutzbrille den Blick auf die Infrastruktur in Sachsen lenken – auf dringend notwendige Sanierungen von Schulen und Kanalsystemen in den Kommunen, von Landesstraßen und Brücken sowie auf den „enormen Nachholbedarf bei der Wärmedämmung öffentlicher Gebäude“. Sie fordert zudem eine Verbesserung beim sächsischen Vergabegesetz: „Bei aller Notwendigkeit zum Sparen soll die öffentliche Hand nicht immer nur Billig-Anbietern den Zuschlag geben. Das rächt sich oft bei der Qualität. Und dann wird es erst recht unwirtschaftlich“, sagt Mirko Hawighorst.

Die IG BAU tritt ebenso für mehr Nachwuchs bei den Beschäftigten im sächsischen Staatsforst ein. „Sachsen braucht Berufsschulen – überall verteilt im Land. So, dass Azubis ihre Schule vor Ort haben und nicht erst eine halbe Sachsen-Reise machen müssen, um Berufsschulunterricht zu bekommen. Der Landtag muss Wert auf eine dezentrale Berufsschullandschaft legen“, sagt Hawighorst.

Bereits im August - vor der Landtagswahl - hatte alle Landtagskandidaten ein Polit-Päckchen von der IG BAU erhalten. Inhalt: Bauarbeiter-Handschuhe, mit denen die künftigen Landtagsabgeordneten ordentlich zupacken und eine handfeste Politik machen können. Die BAU-Brille ergänzt nun diese Ausstattung.


Alexander Krauss (CDU) mit BAU-Brille © IG BAU
BAU-Durchblick für MdL Janina Pfau (Die Linke) © IG BAU
Grüne-MdL Petra Zais blickt durch die BAU-Brille © IG BAU
BAU-Durchblick: SPD-Mann  Albrecht Pallas