Internationales


Globalisierung fair gestalten


© IG BAU (Alexander Paul Englert)
08.02.2017
Es ist paradox. Weltweit wollen radikale Rechte Nationalismus, Abschottung und den Abbau der Sozialsysteme. Das Tempo, mit dem Werte, wie Freiheit, Menschlichkeit und Demokratie, über Bord geworfen werden, ist atemberaubend. Wer hätte vor einem halben Jahr etwa darauf gewettet, dass die USA einmal die NATO in Frage stellen.

Doch, statt wie das Kaninchen vor der Schlange in Schockstarre zu verfallen, müssen wir jetzt erst recht handeln. Bei manchen Politikern in Berlin und Brüssel hat man leider nicht den Eindruck, dass die Nachricht angekommen ist. Statt energisch die Ursachen des rechten Vormarsches zu bekämpfen, verharren sie in tagespolitischem Klein-Klein. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ verfolgen sie weiter eine Vor-Trump-Agenda.

Dieser Zug ist abgefahren. Wer den Vormarsch der Rechtsradikalen stoppen will, muss jetzt einen grundlegenden Politikwechsel vollziehen. Zu viele Menschen
sind Opfer der Globalisierung. Bitter ist, dass diese Gruppe größer ist, als von den Verantwortlichen gedacht. Diese verorten die gesellschaftliche Mitte völlig falsch bei sogenannten Leistungsträgern und Aufsteigern.

Im Ergebnis ist der soziale Ausgleich inzwischen derart stark beschnitten worden, dass die tatsächliche Mittelschicht von Zukunftsängsten geplagt wird.

Es geht nicht darum, weltweiten Handel zu blockieren. Wer das behauptet, macht es sich zu einfach. Doch der neoliberale Kapitalismus der vergangenen dreißig Jahre hat die Gesellschaft tief gespalten. Es geht deshalb darum, die Globalisierung fair zu gestalten. Die Menschen brauchen die Gewissheit, dass sich Arbeit lohnt. Dass sie sicher leben können, und es ihre Kinder besser haben werden. Deshalb müssen die Gewinne der Globalisierung endlich gerecht verteilt werden.

IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann", Ausgabe 2/2017.