Bildung / Berufsbildung


Gutes Recht: Bildungsurlaub

14.02.2012
Die Forderung nach ständiger Fort- und Weiterbildung während des Berufslebens wird immer häufiger laut. Das ist auch gut so, denn die immer schneller werdenden Entwicklungen im Arbeitsprozess stellen hohe Anforderungen an die Beschäftigten. In der Praxis werden oft betriebliche oder unternehmensinterne Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Wenig bekannt ist aber, dass zur Förderung der beruflichen und politischen Weiterbildung der Arbeitnehmer in einigen Bundesländern auch gesetzliche Regelungen bestehen, der sogenannte Bildungsurlaub.

Die gesetzlichen Regelungen sichern in der Regel eine bezahlte Freistellung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Wie beim Erholungsurlaub geht es hier um die Freistellung von der Arbeitspflicht unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts, wenn der Arbeitnehmer mindestens sechs Monate im Betrieb beschäftigt war.

Die Kosten, die durch die Teilnahme selbst entstehen, muss der Arbeitnehmer aus eigener Tasche zahlen.

Bildungsurlaub gibt es in den Bundesländern

Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Saarland
Sachsen-Anhalt und
Schleswig-Holstein.

Die Einzelheiten der jeweiligen gesetzlichen Regelungen sind sehr unterschiedlich. Nach dem Bildungsurlaubsgesetz haben aber grundsätzlich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch, Sie sind auch frei hinsichtlich der Auswahl der Bildungsveranstaltung, des Trägers und des Zeitpunkts.

Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um eine Veranstaltung eines anerkannten Bildungsträgers handelt. Die Teilnahme sollte dem Arbeitgeber mindestens sechs Wochen vorher mitgeteilt werden.

Ein Beitrag unserer Kollegin Brigitte Stang, Rechsanwältin und Justitiarin der IG BAU, in der IG BAU-Mitgliederzeitschrift "Der Grundstein/Der Säemann" 2/2012.