IG BAU - die tun was!


IG BAU und EVW helfen geprellten rumänischen Wanderarbeitern in Rheinland-Pfalz

Mindestlohnunterschreitung bei öffentlicher Vergabe


© IG BAU (Hans-Jürgen Klau)
02.08.2013
Am Bau eines Feuerwehr- und Multifunktionshauses arbeiten, gutes Geld verdienen und dann wieder zurück in die Heimat. Das war der Traum von acht rumänischen Arbeitnehmern, die von ihrem Arbeitgeber im Rahmen eines Werkvertrages nach Deutschland geschickt wurden. Doch der Traum drohte zu platzen. In ihrer Not wandten sich die Kollegen an den Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen und die IG BAU.

Der Bauauftrag, an dem sie mit 15 weiteren Kollegen schufteten, wurde aus öffentlichen Mitteln finanziert. Doch während der Bauherr und die beauftragte Generalunternehmerin versichern, dass alle Zahlungen ordnungsgemäß verlaufen sind, klagten die Bauarbeiter darüber, dass ihnen Lohn vorenthalten würde. Mihai Balan vom EVW suchte mit den IG BAU-Gewerkschaftssekretären Hans-Jürgen Klau und Jörg Senftleben umgehend die Bauarbeiter auf.

Die Arbeiter schilderten detailliert, wie ihr Arbeitgeber den geltenden Bau-Mindestlohn mittels einer dichten Papierlage systematisch zu umgehen wusste. Balan schätzt, dass so seit dem Baubeginn mehrere hunderttausend Euro Schaden zusammengekommen sind. Das obligatorische Urlaubskassenverfahren ist ebenfalls nicht eingehalten worden. Sozialabgabenbetrug im Herkunftsland ist nicht ausgeschlossen. Der Zoll ist auf den Fall aufmerksam geworden und hat die Ermittlungsarbeit aufgenommen.

Viele Lohnansprüche sind wegen den geltenden Ausschlussfristen bereits verfallen. Eine Intervention von Thomas Breuer, Regionalleiter der IG BAU Rheinland-Pfalz-Saar, hat indes für eine unbürokratische und schnelle Lösung gesorgt. Das beauftragte Generalunternehmen ist bereit, die unstrittigen und noch nicht verfallenen Ansprüche, die sich auf eine Bruttosumme von 47.456 EUR belaufen, zu zahlen.

Der EVW und die IG BAU sind über die schnelle Lösung erfreut. Die Wanderarbeiter sind es ebenfalls – und können nun mit ihrem sauer verdienten Hause abreisen.

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