Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Packen wir's an!


11.05.2012
Ein wesentliches Ziel der EU-Klimapolitik war es bisher die Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 zu verringern. Die IG BAU sowie viele Umweltorganisationen und Unternehmen fordern seit einiger Zeit dieses Ziel auf 30 Prozent zu erhöhen.

Ein höheres Ziel stand in dem Ruf zu teuer zu sein und damit wirtschaftliche Entwicklung zu hemmen. In Zeiten von Finanzkrise und knappen Kassen sei das nicht zu akzeptieren. Eine Studie von New Bloomburg New Energy Finance, eine Forschungsorganisation, die sich Fragen der Erneuerbaren Energien widmet, zeigt aber, dass das Gegenteil der Fall ist. Ein ambitionierteres Ziel zur Senkung der Treibhausgase der EU, würde die Mitgliedsländer pro Kopf und Jahr ein paar Tassen Kaffee kosten.

Wenn die EU ihr CO2-Minderungsziel von 20 auf 30 Prozent erhöht, würde das die EU bis 2020 pro Jahr 0,04 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes kosten. Das entspricht pro Jahr 3,5 Milliarden Euro für jedes Land und sieben bis neun Euro pro Kopf.

Eine ambitioniertere Klimapolitik würde also nicht annähernd so viel kosten, wie von einigen Teilen der Gesellschaft befürchtet wurde. Darüber hinaus würde sie auch tatsächlich dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen langfristig bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu senken, sowie in der EU-Klimapolitik verbindlich formuliert.

Denn ein EU-weites 30-Prozent-Ziel für 2020 sendet für viele Wirtschaftssektoren wichtige Signale. Investitionen in Zukunftsmärkte lohnen sich und können europaweit netto sechs Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das derzeitige 20-Prozent-Ziel verhindert jedoch die Innovationen, die Deutschland und die EU in einer Situation brauchen, in der die Wirtschaft in wachsenden Teilen der EU wegen der Sparpolitik einbricht. Ein höherer Zertifikatspreis im Emissionshandel als Folge der Zielaufstockung würde wie ein Innovationsmotor wirken und dabei auch die im Niedrigemissionsbereich relativ gut aufgestellte deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Wettbewerb stützen.

Im Juni 2012 wird auf dem EU-Gipfel hierzu eine Entscheidung gefällt. Bisher war Deutschland eher zurückhaltend bei einer offenen Unterstützung des 30 Prozent-Ziels. Die IG BAU unterstützt daher als Mitglied in der klima-allianz die Kampagne „Frau Bundeskanzlerin, packen Sie jetzt mal wieder richtig an! Für 30% CO2-Reduktion in Europa“.

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