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Tarifvorschlag für das Bauhauptgewerbe


© IG BAU (Paul Schimweg)
Wiesbaden, 18.05.2016
In der vierten Verhandlungsrunde haben die Tarifparteien für das Bauhauptgewerbe ein Ergebnis erzielt. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) einigten sich nach äußerst zähen Verhandlungen am frühen Mittwochmorgen nach 14-stündiger Diskussion auf einen Abschluss.

Der Kompromiss sieht für die rund 785 000 Beschäftigten am Bau ein Einkommensplus von im Westen insgesamt 4,6 Prozent und im Osten von 5,3 Prozent vor.

„Das Ergebnis ist ein Kompromiss mit dem es sich keine Seite leicht gemacht hat. Die Verhandlungen standen mehrfach vor dem Scheitern. Er geht an die Grenze dessen, was die Kolleginnen und Kollegen gerade noch mittragen können“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Uns war insbesondere wichtig, dass wir einen spürbaren realen Nettolohnzuwachs erzielen konnten.“

Im Einzelnen sieht die Einigung folgendes Einkommensplus vor:

1. Mai 2016 bis 30. April 20171. Mai 2017 bis 28. Februar 2018
West+ 2,4 Prozent+ 2,2 Prozent
Ost+ 2,9 Prozent+ 2,4 Prozent
Berlin+ 2,4 Prozent+ 2,2 Prozent

Die Ausbildungsvergütungen steigen wie folgt:

WestDerzeitab 1, Juni 2016ab 1. Juni 2017
1. Ausbildungsjahr708 €755 €785 €
2. Ausbildungsjahr1.088 €1.115 €1.135 €
3. Ausbildungsjahr1.374 €1.400 €1.410 €
4. Ausbildungsjahr1.544 €1.570 €1.580 €
OstDerzeitab 1, Juni 2016ab 1. Juni 2017
1. Ausbildungsjahr629 €675 €705 €
2. Ausbildungsjahr864 €895 €910 €
3. Ausbildungsjahr1.091 €1.120 €1.130 €
4. Ausbildungsjahr1.226 €1.255 €1.270 €

Bei weit vom Firmensitz entfernten Baustellen stellt und bezahlt künftig der Arbeitgeber die Übernachtung. Zudem zahlt er eine Verpflegungspauschale von 24 Euro pro Arbeitstag. Durch Vereinbarung im Betrieb kann davon jedoch nach oben auf bis zu 28 Euro abgewichen werden.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von insgesamt 22 Monaten und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Organisationsgremien. Die Erklärungsfrist läuft bis Freitag, den 10. Juni 2016. Die Bundestarifkommission der IG BAU wird am Samstag, den 21. Mai 2016 zusammentreten und den Tarifvorschlag bewerten und eine Empfehlung über eine Annahme oder Ablehnung an den IG BAU-Bundesvorstand abgeben