IG BAU - die tun was!


"Talk-Time" für die Frauen bei Züblin

Pause einmal anders
Pause einmal anders © Mike Paul
17.04.2015
Der Gesamtbetriebsrat der Ed. Züblin AG hat nach der letzten Betriebsratswahl einen Gleichstellungsausschuss eingerichtet. Geschlechtergerechtigkeit steht auf der Agenda. In Zusammenarbeit mit der IG BAU suchen Züblin-Frauen Antworten auf die Frage "Was wollen die in der Bauwirtschaft beschäftigten Frauen?"

„Frauen führen Projekte“ lautet der Titel eines Weiterbildungsangebots für die weiblichen Mitglieder in der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Teilnehmerinnen bringen ihre eigenen Projektideen ein und lernen die Planung der einzelnen Schritte für die Durchführung eines Projekts. Ilse Bruttel und Renate Wapenhensch, ehrenamtliche Teamerinnen und Mitglieder im Bundesfrauenausschuss, haben sich vorgenommen, ein Konzept für die Ansprache von Frauen im Baugewerbe zu entwickeln. Aufgrund bestehender Kontakte zum IG BAU-Bezirksverband Stuttgart haben sie sich für die Hauptverwaltung der Ed. Züblin AG in Stuttgart als ihrem „Pilotbetrieb“ entschieden.

Der Bau gilt als klassische Männerdomäne. Frauen sind auf Baustellen noch immer die Ausnahme. Und auch insgesamt sind sie im Baubetrieb in der Minderheit. Wie schätzen Frauen ihre Arbeitsbedingungen in der "Männer"branche ein? Wo finden sie sich mit ihren Interessen wieder? Welche betrieblichen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Themen interessieren sie? Inwieweit gibt es Bereitschaft zu Engagement und Mitgestaltung?

Die beiden Gewerkschafterinnen erarbeiteten dazu einen Fragebogen. Die Frauen bei Züblin haben sie aufgeschlossen empfangen. Fast alle füllten den Bogen aus. Insgesamt kamen 176 Bögen zurück. Größtenteils schätzen die Frauen ihre Arbeitsbedingungen als gut bis sehr gut ein, ganz besonders das Betriebsklima. Auch die Anerkennung und die Entlohnung werden überwiegend positiv gesehen. Und trotz dieser Bewertung gibt es natürlich auch hier noch einiges zu tun, was sich in den Werten für Anerkennung, Chancengleichheit, Entlohnung und Karrierechancen ablesen ließ.
 
Es gab Interesse an gewerkschaftlichem Engagement und es wurde ein Informationsdefizit zur Frauenpolitik der IG BAU und über die Gewerkschaften allgemein deutlich. Die Resonanz bei der detaillierteren Frage nach Themen, die die Frauen ansprechen, war recht hoch. Bei der offenen Frage nach weiteren Themen überwiegen die Zeitoptionen für Beschäftigte: Flexibler, kürzer, Home-Office oder auch Rentenübergang.

Am Freitag nach Ostern gab es eine erste „Talk-Time“ für die Frauen bei Züblin. In der Mittagspause haben 25 Kolleginnen über das Thema „Zeit(t)träume – Wege aus dem Hamsterrad“ diskutiert. Der IG BAU kann zwar keine Patentrezepte anbieten, bot aber Anregungen wie man die Arbeitswelt ein Stück „entschleunigen“ kann. Gemeinsam sollen Ideen entwickelt und konkret am Arbeitsplatz umgesetzt werden.

Weitere Diskussionsangebote werden folgen. Die positiven Erfahrungen mit den Frauen bei Züblin sollen in andere Betriebe weitergetragen werden. Ziel ist es, ein gewerkschaftliches Frauennetzwerk in Stuttgart zu knüpfen.

IG BAU - die tun was!

® Mike Paul

Herzliche Begrüßung

® Mike Paul

Damit kein Diskussionsbeitrag verloren geht.