Arbeit und Wirtschaft


Trotz Verwirrspiel: Gebäudesanierung unverzichtbar für Energiewende

05.04.2013
„Die energieeffiziente Sanierung lohnt sich. Die Energiekostenersparnis finanziert die energieeffizienz-bedingten Mehrausgaben für eine Sanierung“ – mit diesen Worten fasst die öffentliche KfW-Bank die gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse einer Studie zusammen, die zunächst zu verwirrenden Schlagzeilen geführt hatte.

Vorangegangen waren Pressemeldungen nach denen die im Auftrag der KfW-Bank erstellte Studie angeblich zeige, dass sich die energetische Gebäudesanierung nicht lohne. Hintergrund der Verwirrung: In ersten Meldungen waren zunächst alle Kosten, die bei Gebäudesanierungen entstehen, vollständig mit eingerechnet worden und so die Kosten energetischer Sanierungen in die Höhe getrieben worden. Dabei wurde übersehen: Energetische Sanierungen finden oft dann statt, wenn auch aus anderen Gründen Sanierungsbedarf besteht – also zum Beispiel die Fassade neu gestrichen oder eine veraltete Heizungsanlage ausgetauscht werden muss. Es wurde in den ersten Berichten also nicht unterschieden „zwischen den Kosten, die ohnehin für Neubau oder Sanierung anfallen, und den Mehrkosten, die energiesparende Maßnahmen verursachen“, kritisierte unter anderem die Deutsche Energie-Agentur.

Wenn dies berücksichtigt wird, dann lautet das differenzierte Ergebnis der Studie: Wenn nur die Mehrkosten für mehr Energieeinsparung eingerechnet werden, dann rentieren sich Sanierungen. Das gilt freilich nur im Durchschnitt aller Gebäude und muss natürlich nicht für jedes einzelne Gebäude zutreffen – dort können die Kosten auch über den Einsparungen liegen. Auch deswegen macht sich die IG BAU seit längerem gemeinsam mit Umwelt-, Bau- und Immobilienverbänden sowie dem Deutschen Mieterbund dafür stark, dass die Kosten zwischen Mietern, Gebäudeeigentümern und Staat fair aufgeteilt werden.

Denn die energetische Gebäudesanierung ist und bleibt unverzichtbar, weil auch zukünftig die Energiepreise deutlich steigen dürften und der Klimawandel gestoppt werden muss. Und dass die energetische Gebäudesanierung einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leistet, war ein weiteres Ergebnis der Studie.

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