Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Umweltverbände und Gewerkschaften verlassen Klimakonferenz

Auf dem Klimagipfel bewegt sich nichts - also bewegen sie sich


© IG BAU (Lisa Bauch)
21.11.2013
Abstimmung mit den Füßen bei der Klimakonferenz in Warschau: Weil sich in den Verhandlungen nichts bewegt, bewegen sich die Vertreter von Umweltverbänden und Gewekschaften. Sie haben heute aus Protest gemeinsam das Konferenzgebäude verlassen. Im kommenden Jahr werden sie die Zeit nutzen, neue Wege auf nationaler und regionaler Ebene zu finden, um den Druck auf Regierungen neu aufzubauen. Die IG BAU wird sich weiter für erneuerbare Energien, Effizienz im Gebäudebereich und eine sozial gerechte Energiewende einsetzen.

Auf der 19. Vertragsstaatenkonferenz zum Klimaschutz in Warschau herrschte kein Vertrauen zwischen den Staaten. Man hat das Gefühl, die Länder selbst haben den Glauben an ein Klimaabkommen, das die Menschen zu einem nachhaltigen, gerechten Übergang in eine CO2-armes Leben und Wirtschaften führt, verloren.

Schon vor vier Jahren hätte ein solches Abkommen verabschiedet worden sein sollen. Doch scheiterte es in Kopenhagen am unterschiedlichen Verständnis, wer welche Verantwortung im Klimaschutz zu tragen hat. Dieser Konflikt hat sich bis nach Warschau gezogen.

Der Weltklimarat hat wieder einmal aufgezeigt, dass die globalen Treibhausgasemissionen schneller ansteigen und bereits zu einer Erwärmung von einem Grad seit der industriellen Revolution geführt haben. Nur zwei Grad durchschnittliche Temperaturerhöhung sind für die Menschheit noch beherrschbar.

Da scheinbar kein noch so bedrohliches Szenario des Weltklimarrates oder gar aktuellste katastrophale Ereignisse wie der Taifun auf den Philippinen die Verständigungsschwierigkeiten der Staaten beseitigen können, greiften die anwesenden Umweltschutzberbände und Gewerkschaften zu einem sehr ungewöhnlichen Mittel. Der Internationale Gewerkschaftsbund hat gemeinsam mit dem WWF, Friends of the Earth, First Aid und vielen anderen Umweltverbänden aus allen Teilen der Welt beschlossen, dass sie ihre Zeit sinnvoller nutzen können als auf dem Warschauer Klimagipfel und die Konferenz geschlossen verlassen.

Im nächsten Jahr wird die Klimakonferenz in Lima, Peru, stattfinden. Dort werden die IG BAU und der Internationale Gewerkschaftsbund mit frischem Wind vertreten sein und ihre Regierungen zur Verantwortung ziehen.

Abstimmung mit den Füßen: die Umweltverbände verlassen aus Protest die Klimakonferenz

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