Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Von Fracking, der Energiewende und nachhaltiger Industriepolitik

Dienstag, 9. Dezember - UN-Klimakonferenz in Lima (Peru)


© Lisa Bauch (Peco-Institut)
Lima, 09.12.2014
Um auch die Menschen aus Peru in die Diskussion um Lösungen gegen den Klimawandel einzubinden, hat die Zivilgesellschaft eine Konferenz im Herzen von Lima organisiert – El Cumbre de los Pueblos. Neben Diskussion zu den Folgen des massiven Ressourcenabbaus ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Arbeitnehmer, die Qualität des Wassers oder die Artenvielfalt, hatten auch die Gewerkschaften sehr gut besuchte Diskussionen.

Der DGB, Ver.di und die IG BAU haben gemeinsam die gewerkschaftliche Perspektive auf die Energiewende vorgestellt. Es gab reges Interesse an den deutschen Erfahrungen.

Es gab Nachfragen wie die wegfallenden Kapazitäten aus der Atomenergie ersetzt werden, wie Gewerkschaften mit Umstrukturierungen wie im Ruhrgebiet umgegangen sind oder wie die Ausnahmen für die energieintensiven Industrien in den Gewerkschaften diskutiert werden. Scheinbar erschweren sie den Kollegen aus den Nachbarländern das Voranbringen ihrer eigenen Energiewenden, da die Industrie sich durch die deutschen Ausnahmen Wettbewerbsnachteilen ausgesetzt sieht. Um die stromintensive Produktion von Chemie, Papier, Zement etc. in Deutschland zu halten, müssen diese Unternehmen keine Netzentgelte, keine EEG-Umlage oder Ökosteuern zahlen. In einigen Nachbarländern erhalten diese Industrien keine solchen indirekten Subventionen.

Ein weiteres Thema war das weltweit voranschreitende Fracking. Bisher finden 80 Prozent der Frackingaktivitäten in den USA statt. Doch richten Unternehmen wie Chevron ihre Aufmerksamkeit zunehmend auch auf Schiefergasvorkommen in anderen Ländern, wie China, Großbritannien oder Argentinien.

In den USA hat die Forschung erste Ergebnisse zu gesundheitlichen Folgen von Fracking. Kinder, die in der Nähe von Frackingstellen geboren werden, entwickeln sich langsamer als Kinder in anderen Regionen. Astma und erhöhtes Krebsrisiko sind ebenfalls verbreiteter in der Nähe von Frackingstätten.

Die Botschaft der Gewerkschaften war, Fracking eine Absage zu erteilen und das Schiefergas am besten im Boden zu belassen, um gleich in Erneuerbare Energiequellen zu investieren. Am besten wäre, ein weltweites Moratorium für Fracking zu erreichen.

Ein Beitrag unserer Kollegin Lisa Bauch (Peco-Institut)

© Lisa Bauch (Peco-Institut)

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