Umwelt / Nachhaltige Entwicklung


Wo stehen wir, was wollen wir?

Donnerstag, 4. Dezember - UN-Klimakonferenz in Lima (Peru)


© BHI
Lima (Peru), 04.12.2014
Nachdem die Stimmung auf der letzten Klimakonferenz ihren Tiefpunkt erreicht hatte, findet das Thema Klima wieder vermehrt Aufmerksamkeit. Die ersten bilateralen Abstimmungen zwischen den USA und China, die Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen zum Gegenstand hatten sowie die Großdemonstration in New York im September haben für einen Schub an Hoffnung unter den Klimaschützern und Energeiwendebefürwortern gesorgt.

Dennoch sind die Erwartungen an die Konferenz gemischt und schwanken zwischen verhaltenem Optimismus endlich auf dem Weg zu einem für alle Länder verbindlichen Abkommen zu sein und starker Skepsis, dass die Maßnahmen, die getroffen werden, den Notwendigkeiten echten Klimahandels nicht gerecht werden.

Die Konferenz in Lima hat drei zentrale Aufgaben: 1) einen Vertragstext zu entwerfen, der nächstes Jahr in Paris von allen Ländern beschlossen werden kann, 2) die Kriterien festzulegen, nach denen die Länder Anfang 2015 ihre Beiträge zum Klimaschutz einreichen sollen, und 3) zu klären, wie bis 2020 die Emissionen auf ein Level gebracht werden können, um die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.

Damit ist Lima der wichtige Schritt zu einem Klimaabkommen, das in allen Ländern der Welt zu einer Energiewende führen muss. Aus Sicht der vertretenen Gewerkschaften muss das Klimaabkommen neben der Begrenzung der globalen Klimaerwärmung auf maximal 2 Grad auch die wachsende soziale Ungleichheit adressieren. 66 der reichsten Menschen auf der Welt besitzen so viel wie die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen!

Nur wenn die Bedrängnisse der Menschen beachtet werden, wird es auch Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen geben.

Das heißt, wir brauchen einen gerechten Wandel zu einem Wirtschafts- und Energiesystem, das die ökologischen Grenzen akzeptiert. Dazu gehört, dass gute Arbeitsplätze entstehen und dass Perspektiven für diejenigen gefunden werden, die in den fossilen Wirtschaftszweigen beschäftigt sind. Dazu gehört aber auch das sozialpolitische Maßnahmen zum Herzen von Klimahandeln gemacht werden: Einkommenssicherheit, Arbeitslosenabsicherung, Familienunterstützung, Durchsetzung von Menschen- und Arbeitsrechten.

Entsprechend dieser Prinzipien setzt sich die IG BAU für energetische Gebäudesanierung ein, dass Baumaschinen mit Rußpartikelfilter ausgestatten sein müssen oder ihre eigene Beschaffung Sozialstandards respektiert und umweltgerecht ist. Denn ein internationales Abkommen allein schützt kein Klima. Es muss auf nationaler Ebene definiert und umgesetzt werden sowie politisch immer wieder eingefordert werden.

Ein Beitrag unserer Kollegin Lisa Bauch

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