Geschichte


In schwierigem Gelände: Landarbeiter und Landarbeitergewerkschaften

1909 bis 2009 - Hundert Jahre Landarbeitergewerkschaften


© IG BAU
01.01.2009
2009 jährt sich zum hundertsten Mal der Gründungstag der deutschen Landarbeitergewerkschaft. Sie weist eine Geschichte auf, die ihresgleichen sucht und ist im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zu einem unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Gewerkschaftsbewegung geworden. Von Beginn an wurde intensiv und offen mit anderen Gewerkschaften, später mit dem DGB, aber auch anderen Organisationen zusammengearbeitet. Gewerkschaft wurde bei den organisierten Landarbeitern immer als Ganzes, als Einheit verstanden. Es sind aber vor allem die Menschen, die der Landarbeitergewerkschaft ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt haben.

Fachliche Kompetenz, Unabhängigkeit und Loyalität zeichnen unsere aktiven Mitglieder aus. Wer sich einmal für die Gewerkschaft entschieden hat, der bleibt und steht zu unserer Sache.

Als Mitte der 90er-Jahre die Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft (GGLF) und die IG Bau-Steine-Erden fusionierten, gab es nicht nur einen neuen Namen. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt richtete sich durch die Verknüpfung der Themen Arbeit und Umwelt strategisch neu aus und wurde zur Umweltgewerkschaft Nummer eins in Deutschland.

Heute sind wir eine moderne, innovative Umweltgewerkschaft. Es ist uns gelungen, soziale und ökologische Zielsetzungen zu verbinden und das Nachhaltigkeitskonzept in der politischen Handlungsstrategie zu verankern. Dazu haben die „Grünen Branchen“ einen unverzichtbaren und starken Beitrag geleistet. Themen wie Umwelt, Energie, ökologische Lebensmittel und Nachhaltigkeit, stehen heute weltweit im Mittelpunkt der Politik. Umwelttechniken, Erneuerbare Energien, ökologischer Landbau und energetische Gebäudesanierung bieten neue Chancen für die Umwelt und ein gewaltiges Arbeitsfeld.

Länger als andere Bereiche ist vor allem die Landwirtschaft eine europäische Angelegenheit. Von dieser europäischen Erfahrung hat die IG BAU profitiert und sich einen gewichtigen Namen auf der europäisch politischen Ebene verschafft. Der Kern unserer Europaarbeit ist ein soziales Europa. Wie kaum eine andere Gewerkschaft haben wir frühzeitig die Bedeutung des Arbeitsmarkts Europa erkannt und uns entsprechend für unsere Branchen engagiert.

Wir stehen für eine neue Agrarpolitik ein, die nicht mehr nur für Bauern, sondern für alle Menschen in den ländlichen Räumen gestaltet wird. Neue Berufsfelder, wie die des Energiewirts, entwickeln sich, neue Wachstumsmärkte für die Landwirtschaft entstehen, und die Betriebsstruktur vergrößert sich hin zu landwirtschaftlichen Lohnunternehmen. Das bedeutet für uns neue Aufgaben, Verpflichtungen und Chancen zugleich. Wir müssen die Menschen begleiten und sie unterstützen.

Vieles haben die organisierten Beschäftigten im Laufe des vergangenen Jahrhunderts im Gartenbau, in der Land- und Forstwirtschaft erreicht. Das verdeutlicht der „Grundstein EXTRA“ zum 100. Geburtstag eindrucksvoll. Nach wie vor aber haben die Leitmotive der Gründungsväter nichts an Aktualität und Wichtigkeit verloren. Es geht um mehr soziale Gerechtigkeit und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen. Dafür steht die IG BAU.


Klaus Wiesehügel, IG BAU-Bundesvorsitzender, im Vorwort zum Grundstein-Extra „100 Jahre Landarbeitergewerkschaften“. Den "Grundstein-Extra" gibt's als Download direkt unter diesem Artikel.

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