Faire Arbeit Jetzt


Osterhase und Weihnachtsmann weisen auf Missstände hin


© IG BAU
13.04.2015
Am Samstagvormittag vor Ostern am Alten Stadtbrunnen in Nordhorn. "Da stimmt doch was nicht!" war auf den 500 Flyern, die Mitglieder der IG Bauen-Agrar-Umwelt verteilten, zu lesen. Unter dem Thema „Faire Arbeit Jetzt“ haben sie kostümiert als Osterhase und Weihnachtsmann auf Missstände im Arbeitsleben hingewiesen.

"Prekäre Arbeitsverhältnisse, wie Leiharbeit, Ketten- und Zeitverträge sowie Leistungsverdichtung und schlechter Arbeits- und Gesundheitsschutz, gehören leider mittlerweile zum Arbeitsalltag vieler Menschen", sagte IG BAU-Regionalsekretär Klaus Fischer. "Die niedrige Arbeitslosenquote in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland wird auf Kosten dieser Arbeitnehmer erkauft, obgleich die Gewinne der Arbeitgeber immer weiter Rekorde brechen", fügte er hinzu.

Prekär Beschäftigte können nur sehr bedingt ihre Zukunft planen. Sie wissen nicht, ob das ohnehin geringe Einkommen lange Bestand haben wird. Zudem kann von kleinen Löhnen auch nur eine kleine Rente erworben werden, und für private Vorsorge reicht es schon gar nicht. Im Reinigungsgewerbe wird eine Leistungsverdichtung erzwungen, die nicht mehr umzusetzen ist. Zeitnah und regelmäßig zu den Tarifrunden wird die geforderte Arbeitsleistung pro Zeiteinheit einseitig erhöht. Dieses Arbeitgeberverhalten hat die Reinigungskräfte schon seit Jahren über die Leistungsgrenze hinaus gebracht. Da kann nicht mehr alles zu 100 Prozent abgearbeitet werden.

Diese nicht zu verantwortenden Missstände betonte auch der IG BAU.Bezirksvorsitzende Wilhelm Schlee. Er und Vertreter aus den Ortsverbänden der Niedergrafschaft, Lingen-Freren-Hasetal und aus Nordhorn-Obergrafschaft haben mit dieser Aktion den Passanten aus der Seele gesprochen. In den vielen Gesprächen gab es großen Zuspruch. Auch konnten sich einige (vielleicht Betroffene) an die letzte Aktion am 6. Dezember erinnern. Wie damals wurde das Interesse an ungewöhnlichen Dingen wie Osterhase und Weihnachtsmann zur jeweils falschen Zeit in der Öffentlichkeit genutzt. Alle Beteiligten freuen sich über eine gelungene Aktion, und planen schon an weiteren.

Ein Beitrag unseres Kollegen Herbert Hilberink

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